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Unsere Reise in den Südwesten der USA fand zwischen dem 14.06.2004 und dem 05.07.2004 statt, insgesamt also 3 Wochen. Dieses stellt meiner Meinung nach auch das absolute Minimum einer solchen Reise dar. Ist der Aufenthalt kürzer, so lohnt der lange Flug kaum und zudem würde es schwierig werden, alle Wünsche und Sehenswürdigkeiten unter einen Hut zu bekommen. Die Entfernungen in den USA sind nicht zu unterschätzen!
Wir haben uns für eine komplett selbst organisierte Reise entschieden (wir sind also so genannte Individual-Reisende...). Eine Bustour hätte uns zu sehr auf ein vorgegebenes Programm festgelegt. Zudem wird bei solchen Busreisen unserer Meinung nach zu viel Wert auf die Quantität anstatt der Qualität gelegt (also möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit zu besuchen...).
Als Individualreisender hat man es leicht in den USA: In jedem Ort gibt es mehrere Motels, Campingplätze, Hotels etc. Des Englischen mächtig findet man sich sehr schnell sehr gut zurecht. Zudem sind die Amerikaner unwahrscheinlich hilfsbereit und offen, sodass selbst bei Problemen die Hilfe nicht lange auf sich warten lässt.
Da wir in den USA relativ viel wandern wollten, haben wir uns für eine Mischung zwischen "Trekking / Camping / Motel"-Urlaub entschieden. In den Nationalparks haben wir grundsätzlich gezeltet (die Atmosphäre Abends am Lagerfeuer ist einfach unglaublich!). Das Campen in Nationalparks hat zudem den Vorteil, dass man sich direkt im Park befindet. Andernfalls wäre eine längere Anreise notwendig gewesen, die dann bei Wanderungen etc. fehlt. Waren wir zwischen den Nationalparks unterwegs oder wollten wir uns Städte etc. anschauen, so haben wir in Motels der mittleren Kategorie übernachtet.
Wir haben lediglich den Hin- und Rückflug, den Mietwagen für komplette 3 Wochen sowie die erste Motel-Übernachtung in L.A. aus Deutschland vorgebucht. Alles weitere haben wir spontan in den USA entscheiden.
Dieses Vorgehen hatte den grossen Vorteil, dass man sich nicht an einen festen Zeitplan bindet: Wenn es einem irgendwo gefällt so hat man die Möglichkeit z. B. noch einen Tag dranzuhängen. Genausogut kann man aber auch seinen geplanten Aufenthalt verkürzen, wenn ein Ort einmal nicht den Erwartungen entspricht. Es ist überhaupt kein Problem, eine freie Unterkunft in den USA zu finden. Lediglich in den Nationalparks sollte man sich etwas eher entscheiden: Camper sollten sich vor 12 Uhr mittags einen Zeltplatz sichern, denn hier ist die Anzahl an Plätzen für "Spontan-Camper" begrenzt. Aber wer vor 12 Uhr ankommt, findet immer noch einen Platz für sein Zelt. Die Hotels und Motels sind allerdings in den Nationalparks oft um Wochen im vorraus ausgebucht (und zudem unbezahlbar...). Ausserhalb der Nationalparks ist es widerum überhaupt kein Problem ein freies Motel zu finden. Hier ist die Auswahl in jedem noch so kleinen Örtchen gigantisch!
In den USA bezahlt man alles und jeden mit einer Kreditkarte. Sogar die Automaten für die Kofferkullies am Los Angeles Int' Airport nehmen Kreditkarten! Auch in jedem Restaurant kann man mit dem Plastikgeld zahlen (nicht vergessen den "Tip", also das Trinkgeld, auf dem Kreditkarten-Bon nachzutragen!).
Man benötigt kaum Bargeld. Dieses kann man dann komplett am Geldautomaten (ATM) besorgen. In Deutschland haben wir kein Geld vorab umgetauscht.
Die Anzahl an Flügen und Fluggesellschaften, die die USA anfliegen, ist unüberschaubar. Wer sparen möchte, sollte im Internet recherchieren. Wer die Zeit und Lust dazu nicht hat, sollte sich in einem Reisebüro seines Vertrauens erkundigen. Wir haben uns für einen Flug mit LTU (http://www.ltu.de) entschieden. Dieser war günstig (ca. 650 EUR, Stand 2004), bot angenehmen Komfort und fast unendliches Freigepäck: Pro Person 2 Koffer a 32 kg sowie ein Handgepäckstück! Ideal also für Leute, die planen teilweise auch auf Zeltplätzen im eigenen Zelt zu übernachten! Die komplette Campingausrüstung findet im Freigepäck neben dem übrigen Gepäck Platz. Wir haben uns für die Verbindung Düsseldorf - Los Angeles Int' Airport entschieden.
Für Deutsche ist die Einreise umkompliziert. Achtung! Ab Ende 2004 gelten verschärfte Einreisebestimmungen! Reisende müssen diverse biometrische Merkmale (Fingerabdrücke...) abgeben.
Vor den Beamten der Einreisebehörde sollte man als Tourist nicht allzu viele Sorge haben. Hier übertreiben einige Reiseführer meiner Meinung nach! Bei Urlaubern aus den westlichen Ländern gibt es kaum Probleme. Man sollte sich vorher einige Standardantworten zurecht legen, wenn man nicht gerade fliessend Englisch spricht: Warum will man in die USA (Holidays), wie lange will man bleiben, wie ist die Adresse des ersten Hotels/Motels (wichtig!), wie will man seine Reise bezahlen (das Wort "credit card" wirkt Wunder!). Das war es dann auch schon! Aber immer beachten: Freundlich bleiben!
Wie bereits erwähnt haben wir lediglich das erste Motel aus Deutschland vorgebucht. Meist muss man seine Kreditkartennummer angeben, um die Buchung zu bestätigen. Die Buchung haben wir per eMail erledigt (sehr unkompliziert!).
Die Tour an sich haben wir jedoch explizit und sehr genau vorgeplant, wobei wir am Schluss 3 Tage für "Unerwartetes" eingeplant haben. Um Entfernungen zwischen einzelnen Orten und Stationen einschätzen und planen zu können hilft ein USA-Routenplaner aus dem Internet (z. B. von http://www.msn.com) erheblich weiter!
Abbildung 1 zeigt die Route, die wir während unseres 3-wöchigen Aufenthalts zurückgelegt haben.
Zur Planung unserer Reise haben wir folgende Reiseführer verwendet:
Die Reiseführer aus dem Hause Lonely Planet sind ein absolutes Muss für Individualreisende! Es ist kein Reiseführer im herkömmlichen Sinne. So findet man bis auf ein oder zwei Doppelseiten keine farbigen Fotos und nur kurze Abhandlungen über Museen und Geschichtliches. Vielmehr gibt es zu jedem auch noch so kleinen Örtchen eine Zusammenfassung über Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Kosten, Tipps wo man ein gutes Frühstück, Mittagessen oder Abendessen bekommt (und wieviel es kostet) sowie zahlreiche weitere Insiderinformationen! Das schöne daran ist, dass alle Tipps (z. B. die der Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten) von den Autoren selbst ausprobiert sind bzw. von anderen Reisenden hinzugefügt wurden. So liest man häufig Tipps wie "In letzter Zeit eher durch unfreundlichen Service aufgefallen" oder ähnliches. Hier kann kein anderer mir bekannter Reiseführer mithalten!
Dieser Reiseführer ist eine Mischung aus den oben genannten Lonely Planet- und "herkömmlichen" Reiseführern. Er bietet einige Tourenvorschläge und fasst zu jeder Sehenswürdigkeit kurz den Hintergrund sowie einige Informationen zusammen. Zudem enthält er viele Abbildungen, sodass man sich vorab ein Bild über die Station machen kann.
Zudem enthält der Reiseführer einen Mittelteil, der aktuelle Informationen zum Reiseland und zu den einzelnen Ortschaften (Übernachtungsmöglichkeiten etc.) enthält. Diesen Teil haben wir allerdings nicht genutzt, da wir hier ausschliesslich den Lonely Planet verwendet haben.
Recht nette, herkömmliche Reiseführer. Es werden alle Sehenswürdigkeiten, Nationalparks etc. abgehandelt. Sehr gut für Hintergrundinformationen! Aktuelle Insidertipps zu Übernachtungen etc. sucht man hier allerdings vergeblich.
Ich nutze solche Reiseführer meist nur zur Einstimmung auf das Reiseland ;-)
Gegen mittag sind wir auf dem Los Angeles International Airport mitten in der Stadt gelandet. Nachdem wir die obligatorischen Fragen der Einwanderungsbehörde beantwortet hatten, haben wir uns sofort aufgemacht und wollten unseren Mietwagen abholen.
Wir hatten uns für einen Wagen von Alamo entschieden. Das riesige Abholgelände liegt etwas abseits vom Flughafengelände, ist aber per Shuttlebus, die wirklich alle paar Minuten vom Flughafen abfahren, problemlos zu erreichen.
Beim Erledigen der Formalitäten des bereits in Deutschland gebuchten Mietwagens konnten wir dann auch gleich das erste Vorurteil über die Amerikaner bestätigen: Für den netten jungen Mann im Alamo-Center war es unbegreiflich, dass man einen Mietwagen ohne Tempomat, mit solch kleinem Kofferraumvolumen und auch noch ohne Automatikschaltung buchen konnte. "Selbstverständlich" könnte er uns ein günstiges Upgrade anbieten und auch gleich noch einige weitere (unnötige) Zusatzversicherungen für uns abschliessen. Nachdem ich ihm versichert habe, dass Europäer durchaus mit einer Handschaltung zurechtkommen (der Gesichtsausdruck des Alamo-Mitarbeiters sah ungefähr so aus, als ob er mit einem Eingeborenen sprechen würde), hat er dann aber auch ohne weitere Ausschweifungen alle Papiere ausgestellt.
In einem Punkt hatte der gute Mann aber auf jeden Fall recht: In den USA ist ein Tempomat Pflicht. Als Beispiel zeigt Abbildung 2 eine "normale amerikanische Landstrasse". Dann seht Ihr, was ich meine:
Aber keine Bange: Die meisten Wagen sind so oder so mit Automatikschaltung und Tempomat ausgestattet. Und so haben auch wir, obwohl nicht bestellt und auch nicht bezahlt, einen Wagen mit Klimaautomatik, Tempomat, Automatikschaltung und 4 Türen bekommen. Das Fabrikat (es war ein Olds Mobile Alero) ist zwar nicht gerade das, was ein an deutsche Autos gewöhnter Tourist sein Traum nennt, aber das Auto hat uns nie im Stich gelassen und war auch sonst alles in allem recht in Ordnung.
Vom Mietwagencenter sind wir dann auf mehr oder weniger direktem Wege zu unserem Motel gefahren.
Kurzer Exkurs zum Autofahren in den USA: Ich hatte zu Beginn unserer Reise ziemliche Bedenken, gleich die erste Strecke auf amerikanischem Grund in mitten einer Millionen-Metropole fahren zu müssen. Nimmt man deutsche "Gepflogenheiten" im Strassenverkehr als Grundlage, wären solche Bedenken sicher auch berechtigt gewesen. Die Amerikaner fahren aber vollkommen anders! Niemand prescht bei einer gerade noch dunkelgelben Ampel noch gerade so über die Kreuzung, hält nur 50 cm "Sicherheitsabstand" zum vorausfahrenden Fahrzeug, wenn sich dieses an die zulässige Höchstgeschwindigkeit hält oder veranstaltet ein wahres Hupkonzert, wenn ein Fussgänger es wagt, vor ihm die Strasse überqueren zu wollen. Nein, der Amerikaner fährt absolut rücksichtsvoll, besonnen und ruhig. Es ist also überhaupt kein Problem, mit dem Wagen in L.A. unterwegs zu sein!
Die erste Übernachtung in L.A. hatten wir direkt per eMail aus Deutschland vorgebucht: Das Sea Shore Motel (http://www.seashoremotel.com/) hat sich im Nachhinein als wahrer Glücksgriff erwiesen: Die Motelpreise sind in Los Angeles doch recht erheblich, das Sea Shore Motel war mit ca. 90 $ (im Doppelzuimmer, also für 2 Personen) im mittleren Preisbereich, dafür aber sehr sauber, angenehm (wenn auch einfach) eingerichtet und liegt mitten in Santa Monica nur 2 Strassen vom bekannten Baywatch-Beach entfernt. Zudem schreibt Lonely Planet über das Motel, dass sie "europäische Gäste" gewohnt sind. Das kann ich nur bestätigen und erwies sich (gerade im ersten Motel meines Lebens) auch als sehr nützlich.
Santa Monica wird als die sicherste Gegend in L.A. überhaupt bezeichnet. Und so haben wir es auch erlebt: Keine Polizeisirenen in der Nacht, keine dunklen Gestalten in irgendwelchen Hausecken oder ähnliches. Für L.A. kann ich keine bessere Gegend empfehlen (wobei ich es ja nun auch nicht soooooo gut kenne...). Interessant finde ich nur, dass die meisten Reiseführer die Gegenden, die man als "Glamour" vor Augen hat, meist wegen hoher Kriminalität oder Drogenkonsum nicht empfehlen, so z. B. Hollywood und Venice Beach.
Alles in allem hat die Mietwagenprozedur und die erste Auto-Fahrt auf dem amerikanischen Kontinent dann doch seine Zeit gedauert und so waren wir erst ca. 16:30 Uhr am Motel. Wir haben dann an diesem Abend nur noch einen kleinen Spaziergang am Strand in Santa Monica gemacht und sind dann ca. um 19 Uhr ziemlich erschöpft ins Bett gefallen.
Ach so: Man sollte sich am Strand nicht wundern, wenn ein mit 3 Meter Flügelspannweite ausgestatteter Pelikan nur ca. 1-2m über dem eigenen Kopf umhersegelt. Wir hatten uns ein wenig in den Sand gesetzt und die herrliche Aussicht auf den Pazifik (es war das erste Mal überhaupt, dass ich den Pazifik gesehen habe!) genossen als ein Pelikanpärchen gemächlich ca. 1m über unseren Köpfen vorbeizog. Absolut beeindruckend! Überhaupt war der Gedanke daran, nun am anderen Ende der Welt zu sitzen und auf den pazifischen Ozean zu blicken, ziemlich umwerfend!!!
An diesem Tag wollten wir uns in Richtung Joshua Tree Nationalpark (http://www.nps.gov/jotr/index.htm) aufmachen.
Zunächst haben wir aber im genialen und auch weithin bekannten Omelet Parlor gefrühstückt. Das Restaurant liegt nur einige Häuser weiter als das Sea Shore Motel. Hier gibt's die besten Omlettes von ganz L.A.! Zudem ist das Restaurant sehr gemütlich eingerichtet: Überall hängen Souvenirs und Andenken aus der ganzen Welt, gesammelt während der letzten Jahrzehnte (das Omelet Parlor gibt es seit 1967). Ein Frühstück gibt's hier für unter 7$, aber man muss mit einer langen Schlange an Wochenenden rechnen. Zu empfehlen ist das "Arnold Schwarzenegger"-Omlette (Kommentar aus der Speisekarte: "Look what it does to Arnie!").
Im Anschluss haben wir uns dann aufgemacht und sind über Palms Springs (http://www.palm-springs.org/), wo wir einen kurzen Stadtbummel gemacht haben (lohnt sich in meinen Augen nicht) nach TwentyNine Palms (http://www.ci.twentynine-palms.ca.us/) gefahren, wo wir im Ranchos Dolores Motel übernachtet haben. Das Motel ist im typischen spanischen Stil eingerichtet und hat einen kleinen Pool (in dieser heissen Gegend eine wirkliche Wohltat!), ist aber leider nicht das sauberste Motel...
An diesem Abend haben wir nach einem erfrischenden Bad im Pool dann noch einen kleinen Spaziergang im Joshua Tree Nationalpark gemacht und sind noch zum Keys View Aussichtspunkt gefahren. Eine komplette Karte (siehe Abbildung fig:map_joshua_tree) gibt es als PDF unter http://data2.itc.nps.gov/parks/jotr/ppMaps/ACF26C1.pdf zum Download.
Das Visitor-Center des Parks liegt nahe am Ort TwentyNine Palms direkt am Anfang der endlos scheinenden Einfallstraße zum Park. Wir haben uns hier gleich mit dem sogenannten Golden Eagle Pass (http://www.nps.gov/fees_passes.htm) ausgestattet: Er gilt für ein Jahr, erlaubt die Einfahrt in alle Nationalparks der USA mit einem "Vehicle" und kostet 50$, was erheblich günstiger ist als in allen Nationalparks einzeln Eintrittsgeld zu bezahlen (die Eintrittsgelder liegen zwischen 10 - 20 $ pro Person!).
Die Abbildungen 6(a) und subfig:keysview geben einen kleinen Eindruck vom Park wieder, mehr Bilder gibt's unter http://www.schlenn.net/gallerie/.
Zum Abendessen gab's dann noch einen riesigen Doppel-Cheeseburger im Denny's mit einem gewaltigen Glas eiskalter Cola. Obwohl man so ein Abendessen hier in Deutschland wohl nicht als kulinarischen Hochgenuss bezeichnen würde hat es uns doch hervorragend geschmeckt!
Dieser Tag war ein reiner Reisetag. Wir sind von TwentyNine Palms aufgebrochen in Richtung Grand Canyon Nationalpark. Wir haben im ziemlich idyllischen Örtchen Williams (http://www.ci.williams.az.us/) an der Route 66 übernachtet, um am nächsten morgen früh in Richtung Grand Canyon aufbrechen zu können. Alles in allem hat die Fahrt ca. 7 Stunden gedauert. Schön war, dass es teilweise an der historischen Route 66 entlang ging, auch wenn von der romantischen und abenteuerlichen Straße nicht mehr sehr viel übrig gebliebem ist.
Übernachtet haben wir in Williams im Days Inn. Das Days Inn ist ein typisches Motel der bekannten amerikanischen Kette, sehr sauber und ruhig gelegen. Das angebotene Frühstück kann man allerdings getrost vergessen: Alles, wirklich alles bekommt man in Styropor-Verpackung: Teller, Becher, Kaffeebecher. Dazu Plastikbesteck. Alles, was es zum Frühstück gibt, ist selbstverständlich separat eingepackt. Selbst jede em einzelne Scheibe Toast war in einer extra Folie eingetütet. Unglaublich! Wir hatten einen riesigen Berg Müll auf dem Frühstückstisch, waren noch hungrig und sonderlich geschmeckt hat es ebenfalls nicht. Nach dieser Erfahrung haben wir im Übrigen auf die Inklusive-Frühstücke der Motels gänzlich verzichtet! Es geht nichts über ein richtig gutes amerikanisches Frühstück mit vielen Eiern, geröstetem Toast und viiiieeeel dünnem Kaffee! Kein Vergleich zu diesem "Fraß"! Die 5$ extra pro Frühstück sind sehr gut angelegt!
Am Abend haben wir nach der langen Autofahrt nur noch einen kurzen Bummel durch den Ort gemacht und sind dann zeitig schlafen gegangen. Bis auf die etlichen Souvenirs mit dem 66-Wappen in dem Örtchen und den zahlreichen Bikern merkt man nicht einmal, dass man sich auf bzw. an der Route 66 befindet.
Die Route 66 verlief von Chicago nach Los Angeles (3600 km) und war ursprünglich ein Trampelpfad, auf dem Siedler vom Osten in den glorreichen Westen gelangt sind. 1926 wurde die Strecke zum Herzstück des amerikanischen Verkehrssystems ausgebaut. Nach dem II. Weltkreig, mit dem Ausbau des Autobahnsystems, wurde die Route 66 mehr und mehr durch mehrspurige Highways ersetzt und ist heute im Verwirrspiel zwischen Freeways, Highways, Landstraßen und Interstates kaum noch auszumachen.
An diesem Morgen sind wir früh losgefahren: Um 7:00 Uhr gab's Frühstück im Motel (über das Frühstück hatte ich mich ja schon weiter oben ausgelassen...) und bereits um 8:00 Uhr sind wir zum Grand Canyon Nationalpark (http://www.nps.gov/grca/index.htm) aufgebrochen. Von Williams aus geht es über die Route 64 durch den Kaibab National Forest direkt zur gigantischen Canyon View Information Plaza. An der Größe des Visitor Centers kann man schon erkennen, mit welchen Touristenmassen dieser Park zu kämpfen hat! Stille und abgeschiedene Natur sucht man hier vergebens, außer man hat Zeit für eine mehrtägige Tour und wandert den Rim herunter: Sobald man die mit dem Shuttlebus zu erreichenden Punkte und Routen verlässt, wird es ruhig! Das gilt im übnrigen für alle Nationalparks: Sobald die Wanderung länger als 30-60 Minuten dauert und man auch nur annähernd ins schwitzen geraten kann, trifft man kaum noch Leute auf den Strecken! Eine Alternative soll auch sein, den Grand Canyon vom North-Rim aus zu besuchen. Da dieser schlechter zu erreichen ist, soll es hier nicht ganz so überfüllt wie am South-Rim sein.
Da uns der Grand Canyon allerdings nicht ganz so wichtig war, haben wir auf eine solche Tour verzichtet und sind lediglich die per ShuttleBus zu erreichenden Aussichtspunkte angefahren. Der Shuttlebus fährt alle paar Minuten und hält an jedem Aussichtspunkt. Als Alternative kann man auch z. B. eine Etappe wandern.
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Wir haben eine kleine Wanderung am Hermits Rest, dem äußersten in westlicher Richtung gelegenen Aussichtspunkt, unternommen. Hier kommt man wenigstens nicht ganz mit dem Shuttle Bus hin ;-)!
Für einen Europäer, der eher aus dicht besiedeltem Gebiet kommt, ist die unendliche Weite und Aussicht einfach beeindruckend! Einige weitere Bilder finden sich wie immer in der Gallerie unter http://www.schlenn.net/gallerie/usa/grand_canyon/.
Um ca. 12 Uhr haben wir uns dann mit dem Wagen zum Desert View und damit zum östlichen Ausgang begeben. Nach einem schönen Rundgang um den einem indianischen Spähturm nachgebildeten Aussichtsturm haben wir uns dann um 14 Uhr über die Route 64 und 89 auf nach Page (http://www.cityofpage.org/) am Lake Powell gemacht, wo wir diese Nacht verbringen wollten.
Nachdem wir im Economy Inn, einem einfachen aber sauberen Motel, eingecheckt hatten, haben wir nach einem Einkauf im Supermarkt uns noch den Glen Canyon Staudamm angeschaut. Nach der obligatorischen Durchsuchung des Sicherheitspersonals kann man sich den Staudamm vom Visitorcenter aus ansehen. Im Visitorcenter ist viel über die direkte Umgebung, den Lake Powell bzw. Glen Canyon Nationalpark sowie über den Bau und die Entstehung des Staudamms zu erfahren. Eine direkte Begehung des Damms ist allerdings nur über eine offizielle Führung möglich.
Ein hervorragend amerikanisches Essen (Steaks, Spare Ribbs, etc.) in gemütlicher Atmosphäre gibt's im übrigen im Dam Grille (http://www.damplaza.com/dambargrille.htm). Sehr zu empfehlen!
Nach einem guten Continental Breakfast im "Peppers" (Restaurant im Mariott-Hotel) ging es gegen 8:00 Uhr in Richtung Bryce Nationalpark (http://www.nps.gov/brca/home.htm) weiter. Nach 4 Stunden Fahrt haben wir endlich den Parkeingang erreicht. Die Zufahrt zum Park führt von Norden über die Route 12 und 63.
Wir haben uns entschlossen, die nächsten 2 Nächte auf dem Sunset-Campingplatz (http://www.nps.gov/brca/camping.html), der nach dem "First come, first serve"-Prinzip betrieben wird, zu verbringen. Der Platz liegt rechter Hand direkt gegenüber des Sunset-Points inmitten eines wunderschönen Waldes. Jeder Zelt- bzw. Stellplatz liegt etwas abgeschottet für sich, hat einen Parkplatz für einen Wagen, eine kleine Feuerstelle und eine Bank inklusive Tisch.
Nach dem Besuch im Visitor Center und einem kleinen Einkauf für das abendliche Grillen haben wir eine kurze und leichte Wanderung vom Inspiration Point zum Bryce-Point unternommen. Für den Rückweg haben wir den Shuttle Bus genutzt. Die Wanderung geht direkt am Rim entlang und bietet einen wunderschönen Blick auf die für den Bryce Nationalpark typischen Gesteinsformationen. Nach dem Grillen sind wir dann noch gegen 20:00 Uhr zum Sunsetpoint marschiert, um uns den wunderschönen Sonnenuntergang anzuschauen. Der Aussichtspunkt macht seinem Namen wirklich alle Ehre!
Den heutigen Tag wollten wir mit einer etwas größeren Wanderung beginnen. Es lohnt sich auf jeden Fall zeitig aufzustehen und sich den Sonnenaufgang am Sunrise Point anzusehen! Allerdings sollte man schon so ca. 5:00 - 5:30 Uhr aufstehen und sich auf den Weg machen, ansonsten verpasst man das Beste...
Nach einem gemütlichen Frühstück direkt am Zelt haben wir uns aufgemacht, um den Peekaboo-Loop (http://www.nps.gov/brca/stren3miles.html#peekaboo) und Quenn's Connecting Trail (ca. 8,5 km, ca. 4h bei moderatem Tempo) zu laufen. Der Weg ist im Prinzip einfach zu laufen, wobei einem die Hitze doch etwas zu schaffen machen kann. Also auf jeden Fall genügend Wasser (2-3 Liter pro Person) mitnehmen! Konnte man sich bei der kleinen Wanderung gestern die Gesteinsformationen von oben anschauen, so geht man bei diesem Trail runter in den Rim und wandert zwischen den Felsen entlang.
Nach einer kleinen Ruhepause am Zelt ging es mit dem Wagen am späten Nachmittag dann noch zum Massy Cave Point, wo man zu einem kleinen Wasserfall laufen kann. Nach der Rückfahrt wurde dann "selbstverständlich" wieder am Zelt gegrillt.
Der Zion-Nationalpark (http://www.nps.gov/zion/home.htm) liegt in direkter Nachbarschaft zum Bryce und bietet sich daher für einen Zwischenstopp an. Da wir allerdings am Wochenende angekommen sind, war der Park leider hoffnungslos überfüllt: Schon auf der Zufahrt standen wir zwischen lärmenden Bikern mit riesigen Goldwings, Pickups, Wohnmobilen und unendlich vielen PKW im Stau. Und das bei 30°C!
Die Zufahrt zum Park führt direkt durch den kleinen Ort Springdale, wo es Einkaufs-, Dusch- und auch Campingmöglichkeiten gibt (der Campingplatz ist super-hässlich! Wir waren dort zum Duschen: Wagen an Wagen, keine Abgrenzungen, kein Grün). Unbedingt direkt im Park zelten! Hat man den Stau ersteinmal überstanden geht es auf einer wunderschönen Serpentinenstraße durch eine atemberaubende Fels-, Klippen- und Gesteinslandschaft.
Der South-Campground basiert auf dem "First Come, First Serve"-Prinzip und hatte noch genügend Plätze frei. Es gibt allerdings keine Duschen, lediglich Toiletten und Waschmöglichkeiten. Da der Platz direkt zwischen meterhohen Klippen liegt, ist es hier fast unerträglich heiss! Daher haben wir für diese Nacht auch nur unser Innenzelt aufgebaut: Es sah hier wirklich nicht nach Regen aus... Um unsere Lebensmittel etwas zu kühlen haben wir uns in Springdale einen Beutel Eiswürfel gekauft und diesen mit den Lebensmitteln im Schatten unter dem Wagen platziert. Das hat sich allerdings später am Abend als Fehler herausgestellt: Man sollte die Inteligenz der "kleinen Parkbewohner" (ich habe stark einen Chipmunk in Verdacht) nicht unterschätzen! Um an das Wasser zu kommen haben sie den Beutel aufgerissen. Die Freude dieses kleinen Rackers muss groß gewesen sein, als er neben Wasser auch gleich noch etwas zu Fressen in dem Beutel gefunden hatte! Unser abendliches Grillen viel auf jeden Fall ins Wasser und wir mussten uns mit Brot begnügen.
Der Park bietet einige kleinere Tagestouren (siehe http://www.nps.gov/zion/activities/DayHiking.htm), wobei die meisten leider so leicht zu laufen sind, dass es noch unmengen anderer Leute gibt, die diese Wege gehen. Wir haben uns für die Tour über den Middle Emerald Pool zum Upper Emerald Pool und zurück über den Lower Emerald Pool entschieden. Eine nette Halbtagestour, allerdings eher ein schöner Spaziergang als eine Wanderung...
Nach dem (Dank des durstigen Chipmunks) abgespeckten Abendessen gings dann ins Zelt - es war allerdings so heiss, dass an eine ruhige, entspannte Nacht nicht zu denken war. Schwitzen war angesagt!
Nach einer erfrischenden Dusche auf dem kommerziellen, häßlichen Campingplatz in Springdale haben wir uns auf nach Las Vegas gemacht. Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und ist wenig interessant. In Las Vegas angekommen galt es, sich eines der vielen exotisches Hotels auszusuchen. Vom Namen hatten wir schon viele dieser gigantischen "Paläste" gehört. Aber welches ist nun das Beste und Interessanteste? Wir haben uns für das Mirage (Siegfried & Roy lassen grüßen) entschieden. Zum Trost für alle, die sich auch nicht entscheiden können: Wir sind am Abend noch durch einige Hotels und deren Casinos spaziert. Es ist wirklich egal, welches Hotel man wählt. Von innen sind sie alle ziemlich gleich... Den CheckInn im Mirage kann man schon als Massenabfertigung bezeichnen, wobei die vielen Auto-Einweiser, Auto-Parker, Kofferträger, Türöffner, Rezeptionisten, Zimmerboys... es trotzdem schaffen, einem viel Aufmerksamkeit zu schenken und einem das Gefühl zu geben, sie hätten nur auf einen persönlich gewartet. Überflüssig zu sagen, dass jeder von Ihnen ein Trinkgeld ("Tip") erwartet, da das nunmal ihr eigentlicher Verdienst ist. Für Aquariumfans (wie ich einer bin) ist das riesige Meerwasserbecken hinter dem Receptiondesk natürlich absolut genial (Abbildung fig:mirage)!
Im Zimmer angekommen habe ich als erstes über die Minibar gestaunt: So bald man irgendetwas herausnimmt, wird es auch schon automatisch und elektronisch auf die Zimmerrechnung gebucht. Also alles ersteinmal anschauen und wieder zurückstellen ist nicht drin - oder zumindest nur mit ziemlich hohen Kosten möglich ;-)
Der Trouble in Las Vegas ist unbeschreiblich und nach den ruhigen Nationalparks wirklich nervenaufreibend! Überall Massen von Menschen, in den Hotel/Casinos ist es saukalt Dank der auf Volllast laufenden Klimaanlagen, während draussen 42°C im Schatten bei ca. 95% Luftfeuchtigkeit herrschen. Überall extreme Lautstärke: Piepsende Automaten, gröhlende, betrunkene Jugendliche, die ihren Schulabschluss feiern, per Lautsprecher und Video beworbene Casinos und Sehenswürdigkeiten etc. pp. Kurz gesagt: Ich muss Las Vegas nicht nochmal haben... Man darf sich garnicht vorstellen, wie mit den Resourcen der Natur hier umgegangen wird. Ich will mir nicht ausmalen, wieviel Wasser alleine für die zahlreichen exotischen Gärten, die sich ja eigentlich inmitten einer Wüste befinden, benötigt wird. Von den Klimaanlagen mal ganz zu schweigen.
Das wirklich einzig geniale an Las Vegas war ein Souvenirladen, der nur Original-Besitztümer aller möglichen Berühmtheiten verkaufte: Unter anderem ein Brief mit einer Absage der Plattenfirma Virgin an "The Who" irgendwann aus den 60ern, in dem es hieß, ihre Musik würde im Moment den Zeitgeist nicht treffen! Oder der Regiestuhl von GEORGE LUCAS, den er während des ersten Starwars-Films benutzt hat! Dann noch zahlreiche Original unterschriebene Schallplatten von Jimi Hendrix über The Beatles oder Bon Scott (AC/DC). Genial! Hier haben wir uns ziemlich lange aufgehalten. Leider kann ich nicht mehr genau sagen, wie wir zu diesem Laden gekommen sind... Abends haben wir uns bei einem Spaziergang über den Strip noch einige der aufwändigen Hotel-Shows (z. B. die bekannte Piraten-Show) angesehen. Die Shows sind zwar kostenlos, um aber etwas zu sehen muss man sich mindestens 1/2 - 1 Stunde vor Beginn einen guten Platz sichern.
Nachdem wir im Hotel Mirage ausgecheckt hatten, haben wir uns in Richtung Sequoia und Kings Canyon Nationalpark (http://www.nps.gov/seki/mainvc.htm) aufgemacht. Die Fahrt ging direkt durchs Death Valley und dauerte ca. 8 Stunden!
Auf Grund der langen Fahrt sind wir an diesem Tag auch nicht direkt in den Nationalpark gefahren, sondern haben einen kleinen Zwischenstopp http://www.ci.visalia.ca.us/Versalia, CA eingelegt. Visalia ist ein wunderschönes, kleines Örtchen mit einem immer noch geöffneten Fox-Kino aus den 1930'er Jahren (http://www.foxvisalia.org/). Leider war an diesem Abend keine Vorstellung :-( Übernachtet haben wir im Best Western Motel, ein sauberes und komfortables Motel mit einem kleinen Pool, Waschmaschine/Trockner, Eisautomaten und "Breakfast" (siehe mein Kommentar zu den Motel-Frühstücken im Kapitel sec:grandcanyon...).
Nach dem CheckOut sind wir in Richtung Sequoia und Kings Canyon Nationalpark (http://www.nps.gov/seki/) gefahren. Die Fahrt von Versalia, CA dauert nochmals ca. 2 Stunden, sodass wir gegen 11:00 Uhr im Nationalpark angekommen sind. Wir haben uns für den "Lodgepole"- Campingplatz entschieden und zunächst nur für eine Nacht bezahlt. Auf diesem Platz bekommt man am Eingang einen festen Platz zugewiesen (den man sich aber auf einem Plan aussuchen kann). Unser Platz lag wunderbar einsam inmitten einiger großer Bäume (Area 117-150, siehe Abbildung fig:lodgepolmap). Der Park-Ranger hat uns noch eine Einweisung bezüglich der zahlreichen Bären-Übergriffe (http://www.nps.gov/seki/bear_fc.htm) im Park gegeben und uns gleich Mut gemacht, in dem er uns erzählte, dass letzte Nacht einen Zeltplatz neben unserem ein Rehkitz von einem Bären gerissen wurde. Na Wunderbar, wie beruhigend...
Nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, ging es kurz zum Einkaufen und zum Infos-Sammeln ins Visitor Center. Anschließend haben wir zunächst einen kurzen Abstecher zum General Sherman Tree gemacht (wohl der bekannteste und größte Baum des Parks). Diese Bäume verschlagen einem einfach den Atem! Steht man vor so einem Riesen, kommt man sich richtig klein und unbedeutend vor! Wenn man sich vorstellt, wie lange dieser Baum hier schon steht, wird man gleich noch ein ganzes Stück kleiner... ;-) . Auf einem Foto ist das einfach nicht festzuhalten, aber ich hab's als braver Tourist natürlich trotzdem versucht...
Anschließend haben wir zu den Tokopah-Falls gewandert. Der Weg beginnt direkt am Zeltplatz und führt wunderschön am Fluss und durch den Wald entlang. Die Wanderung dauert lediglich 2,5 h und ist sehr einfach zu laufen. Dank der Schatten spendenden Bäume braucht man sich um größere Wasservorräte auch keine Gedanken zu machen. Auf der Wanderung wird man mit zahlreichen wunderschönen Natureindrücken und mit einer reichen Tierwelt belohnt.
Abends war dann wie immer Grillen angesagt und etwas, was ich eigentlich in meinen Urlauben immer hasse: Postkarten schreiben.
Zunächst haben wir den Tag mit einem gemütlichen Frühstück direkt auf dem Zeltplatz begonnen und haben anschließend ersteinmal eine erfrischende Dusche genommen (die es in der Nähe des Visitor Centers gegen Gebühr gibt). Da uns dieser Park sehr gefallen hat, wollten wir hier eine weitere Nacht bleiben. Dummerweise war unser derzeitiger Platz für die nächsten Nächte bereits vergeben, aber der Platz neben uns (das Rehkitz lässt grüßen...) war noch frei. Also ersteinmal Zelt umbauen und alle Sachen rübertragen (und hoffen, dass der Bär nicht noch eine 2. Nacht "mal vorbeischaut").
Da wir heute mal wieder eine etwas größere Wanderung machen wollten, sind wir zunächst in den nördlichen Teil des Parks gefahren (Kings Canyon, Cedar Grove Area) und haben uns dort im Visitor Center beraten lassen (übrigens sind hier sehr freundliche und hilfsbereite Ranger zu finden!). Wir haben uns für die Wanderung zu den "Mist Falls" entschieden: ca. 4h und 15km, einfacher und relativ flacher Weg. Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich und landschaftlich wunderschön, geht zunächst über etwas staubige Wege und anschließend durch Wälder und an Flüssen und Bächen vorbei bzw. hindurch. Das Beste aber daran ist: Für die Amis ist diese Tour viel zu lang und zu schwer! D. h. man ist komplett alleine unterwegs!
Auf der Rückfahrt aber haben wir (fast) das aufregendste Erlebnis des Urlaubs gehabt: Einen Bären in freier Wildbahn, ca. 100 m von der Straße entfernt! Mit gehörigem Respekt und jederzeit bereit, wieder ins Auto zu springen, habe ich einige Fotos machen können.
Heute war wieder ein reiner Reisetag. Nach einem Frühstück am Zelt und einer erfrischenden Dusche haben wir unsere Sachen gepackt und sind in Richtung Yosemite-Nationalpark (http://www.nps.gov/yose) aufgebrochen. Die Fahrt hat insgesamt ca. 5 Stunden gedauert. Gegen 14 Uhr sind wir im Nationalpark angekommen. Durch die Nähe des Parks zu San Francisco war dieser Park sehr voll: Er war der neben dem Grand Canyon bisher überfüllteste Park unserer Reise.
Aus diesem Grund waren alle zentralen Campingplätze auch bereits ausgebucht. Es gab nur noch einige Plätze am Bridalveil Campground, der sehr weit abgelegen liegt. Dieser Campground wird nach dem "First Come First Serve"-Prinzip betrieben und ist Dank seiner Abgeschiedenheit nicht so stark frequentiert wie die anderen Zeltplätze. Gegen 17 Uhr sind wir am Zeltplatz angekommen. Der Platz erwies sich als warer Glücksgriff: Hier war es richtig ruhig und wir haben in mitten der Natur gecampt.
An diesem Abend haben wir dann nur noch gegrillt und die weiteren Tage unserer Reise geplant.
Nach dem Frühstück haben wir uns zum Visitor Center aufgemacht und uns einige Informationen zum Park besorgt. Wir wollten uns den Park zu Fuß anschauen und noch eine kleine "Rafting Tour" auf dem Merced River machen (die Rafting-Tour ist eher eine Schlauchboot-Ausflugs-Ausfahrt, diese macht man denn auch alleine ohne jegliche Begleitung).
Gegen 11 Uhr haben wir uns das Yosemite Village angeschaut und sind zu den Yosemite-Falls gelaufen. Der Park ist so richtig touristisch erschlossen: Überall wimmelt es von Touristen und Menschenansammlungen. So richtig Erholung will sich da irgendwie nicht einstellen. Es scheint tatsächlich das Ausflugsziel der Einwohner von San Francisco zu sein. Und dementsprechend viel los war hier dann auch.
Nach kurzem Anstellen und Warten haben wir dann unsere Schlauchbootfahrt gestartet. Diese führt ca. 6 km entlang des Merced Rivers und macht, trotz das es sich nicht wirklich um eine Rafting Tour handelte, wirklich viel Laune! Alles in Allem dauerte die Fahrt 2 Stunden.
Anschließend hieß es Wäsche waschen und einkaufen! Die Möglichkeiten im Park sind wirklich sehr gut und so waren wir bereits nach ca. 2 Stunden fertig und haben uns wieder aufgemacht zu unserem (wirklich ziemlich außerhalb gelegenen) Campingplatz. Bei einem kleinen Lagerfeuer haben wir den Tag ausklingen lassen.
Diese Nacht war die letzte Camping-Nacht für diesen Urlaub. Daher haben wir nach dem Frühstück alle Camping-Utensilien komplett im Auto verstaut und uns auch einige vernünftigere Klamotten angezogen ;-)
Über den South Entrance des Parks sind wir dann über Merced nach San Francisco gefahren. Alles in allem haben wir trotz der Nähe der Stadt zum Yosemite insgesamt 6 Stunden gebraucht.
Da wir kein Zimmer vorgebucht hatten und in San Francisco gerade irgendeine Homosexuellen-Parade stattfand, war es etwas schwierig ein Hotel zu finden, welches noch ein Doppelzimmer frei hat. Durch Zufall haben wir dann aber einen waren Glücksgriff getätigt: Das Hotel Beresford (http://www.beresford.com/beresford/) an der Sutter Street (Nähe Union Square) hatte noch ein Doppelzimmer für uns (nachdem der Portier uns ziemlich lange gemustert hatte und dann wohl sicher war, dass wir nicht homosexuell sind...). Aber das Hotel an sich ist wirklich wunderschön: Man fühlt sich fast in die glorreichen 20er Jahre zurückversetzt! Überall liegen alte, rote Tepiche, die Treppengeländer, Heizkörper, Türen usw. sind reich verziert und mit wunderschönen Ornamenten versehen und das Hotelpersonal trägt alte, mit Gold besetzte Uniformen. Und das Hotel war wirklich günstig (für eine Stadt wie SF): ungefährt 90 Dollar haben wir für das Zimmer bezahlt.
Nachdem wir eingecheckt hatten und das Auto in einem Parkhaus (wird vom Hotel vermittelt) untergebracht hatten, haben wir die Stadt zu Fuß erkundet: wir sind über den Union Square zum Financial District und weiter zum Ferry Building gelaufen. San Francisco kann man wirklich prima zu Fuß erkunden!
Zu Abend haben wir indonesisch im Boubudur gegessen. Das Restaurant war ziemlich voll und das Essen war recht gut. Anschließend haben wir unser gemütliches Zimmer genutzt und nur noch ein wenig im Zimmer entspannt und gelesen.
Zum Frühstücken sind wir in das Nahe gelegene "Lori's Diner" (http://www.lorisdiner.com/) gegangen. Das Restaurant ist im Stil der 50'er Jahre aufgemacht und das Frühstück ist ausgezeichnet. Anschließend haben wir frisch gestärkt unsere kurze Stadttour von gestern fortgesetzt: Zunächst ging es zur bekannten Chinatown (Abbildung fig:chinatown). Als wir uns in Ruhe das "Stadttor" vor dem Eingang zu Chinatown anschauen wollten, kam ein hektisch um sich wirbelnder Regieassistent mit Kopfhörer auf dem Kopf und Megaphone in der Hand auf uns zu und versuchte uns (und eine Traube weiterer Touristen) wegzuscheuchen: "Please, go away, go away". Es wurde direkt am Tor anscheinend ein Film gedreht und der Assistent hatte wohl Sorge, dass der Film wenig authentisch wirkt, wenn bei einem Kameraschwenk auf einmal ein Rudel Touristen ins Bild geraten. Warum wohl nur? Leider habe ich nicht herausgefunden, welcher Film da gerade gedreht wurde. Wahrscheinlich irgend ein RTL2-Agentenfilm... Chinatown an sich besteht aus einer Vielzahl von asiatisch wirkenden Häusern, zahlreichen China-Ramsch-Läden und einem Haufen chinesischer Restaurants.
Nachdem wir ein wenig durch Chinatown gebummelt waren, sind wir weiter zum Fishermen's Warf gefahren: Dem (ehemaligen?) Fischereihafen von San Francisco. Heute wohl eher ein Touristenanziehungspunkt als ein Hafen. Hier gab es früher wohl mal den besten Fisch von San Francisco... Heute besteht Fishermen's Warf hauptsächlich aus Souvenirläden und Fress-Buden. Vom Fishermen's Warf sind wir dann mit dem "Cable Car" zurück zum Union Square gefahren. Von hier aus haben wir dann in der Innenstadt von SF noch einen kleinen Einkaufsbummel gemacht (aber ncihts gekauft...).
Am Abend sind wir in eines der berühmtesten und ältesten Fischrestaurant San Francisco's gefahren: Zum "Sam's Grill and Seafood". Das Essen war ausgezeichnet und das Restaurant ist wirklich sehr empfehlenswert. Der schon ziemlich alte Kellner (er sah so aus, als ob er hier schon seit 40 Jahren arbeitet...) war ziemlich erstaunt, als wir ihm auf seine Frage, woher wir denn Sam's Grill kennen, antworteten: "Sam's Grill steht als Empfehlung im Lonely Planet." War ihm wohl garnicht bewusst, dass er in so einer Berühmtheit arbeitet! Allgemein kann man in San Francisco sehr gut Essen! Es ist eine ziemliche Abwechslung zum Einerlei aus Hamburgern, SpareRibbs und Fastfood, welches es sonst in (fast) ganz Amerika gibt. Die kulturelle Vielfalt dieser Stadt hat auch dem kulinarischen Angebot sehr gut getan!
Der Rest des Abends war dann wenig spektakulär. Heike's Eintrag im Tagebuch lautete lediglich: "Fernsehen und Biertrinken auf dem Hotelzimmer". Muss auch mal sein.
Den Tag haben wir wieder mit einem Frühstück im "Lori's Diner" begonnen. Im Anschluss haben wir ausgecheckt und sind mit dem Cable Car zur bekannten Lombardt Street gefahren. Diese für eine Großstadt recht ungewöhnliche Straße schlängelt sich in Serpentinen einen kleinen Berg hinauf und ist mit Blumen reichlich verziert. Ich war froh, hier nicht mit dem Auto hoch zu müssen.
Im Anschluss sind wir zurück zu unserem Hotel und haben unser Auto dort abgeholt. Wir wollten nun unsere Rückfahrt Richtung Los Angeles starten. Als Strecke haben wir uns die neben der Route 66 wohl bekannteste Straße Amerikas ausgesucht: Die Route No.1 Definititv ist es die schönste Straße auf dem amerikanischen Kontinent sein! Die Strecke verläuft entlang der Kalifornischen Westküste und reicht vollständig von Süd- nach Nordkalifornien. Am Besten eignet es sich, die Strecke von Nord nach Süd zu fahren, da in dieser Richtung die Aussicht besser ist.
Erste Station ist die wohl bekannteste Brücke der Welt: Die Golden Gate Bridge. Nachdem wir zunächst einmal mit dem Waggen die Brücke überquert hatten, haben wir zunächst am Aussichtspunkt oben an der Brücke angehalten. Da man die Brücke allerdings von hier aus schlecht fotographieren kann, sind wir noch mit dem Wagen zum Fuß der Brücke gefahren (Zufahrt über die Mason Street) und haben die obligatorischen Golden-Gate-Fotos geschossen.
Erste Station war am Abend dann Monterey (http://www.monterey.org/), die Stadt, in der Jimi Hendrix bereits auf dem legendären Monterey Pop Festival 1967 gespielt hat. Wir haben im Motel 6 eingecheckt und uns dann noch ein wenig den Hafen angeschaut.
Nach einen Frühstück imk City Diner sind wir weiter entlang de rRoute No. 1 Richtung Los Angeles gefahren. Gegen Mittag haben wir einen kurzen Zwischenstopp in Carmel (http://www.carmelcalifornia.com/) ist ein wunderschönes Künstler- und Autorenstädtchen und liegt in einer wunderschönen Landschaft. Clint Eastwood war hier in den 80er Jahren Bürgermeister ;-) Wir haben einen kleinen Bummel durch die Stadt gemacht und sind etwas am Strand entlangspaziert, bevor es dann nach ca. 2 Stunden weiter ging.
Kurz hinter Carmel haben wir einen kleinen Umweg eingelegt und sind den 17-Mile-Drive (http://www.pebblebeach.com/page.asp?id=1373) entlang gefahren: Diese kleine Strecke kostet ein paar Dollar Eintritt und kann komplett mit dem Auto abgefahren werden. Es bieten sich viele wunderbare Ausblicke und Fotostopps an, sodass sich dieser kleine Abstecher auf jeden Fall lohnt!
Die Nacht haben wir im Motel Los Padros in Morro Bay verbracht. An diesem Abend haben wir noch kurz im Ort mexikanisch gegessen und sind anschließend ziemlich erschöpft ins Bett gefallen.
Nach dem Frühstück sind wir nach Santa Barbara, einem hübschen kleinen Städtchen aufgebrochen, wo wir einen kleinen Bummel am Fishermens’s Warf gemacht haben, bevor wir weiter nach Santa Monica, Los Angeles aufgebrochen sind.
Für die nächsten Tage haben wir im Bayside Hotel (http://www.baysidehotel.com/) eingecheckt. Einem einigermaßen günstigen Motel fast direkt am Strand. Ich kann es allerdings nicht wirklich weiterempfehlen: Einrichtung, Tapeten usw. stammen aus den 70er Jahren, alles in allem ist es müffelig und auch etwas schmuddelig. Kein Vergleich zu unserem ersten Motel (siehe sec:1tag), zudem auch noch teurer als das Seashore-Motel.
Nach dem Check Inn haben wir etwas am Strand entspannt und sind danach noch etwas in den Einkaufsstraßen von Santa Monica herumgebummelt.
Die nächsten Tage haben wir damit verbracht, uns die Sehenswürdigkeiten in Los Angeles anzuschauen: Beverly Hills, Hollywood samt Walk of Fame und Chinese Theatre, Mulholland Drive (sehr schöne Aussicht auf L.A.), Financial District, usw. und usw. Natürlich sind wir auch in 2-3 Shopping-Malls gefahren, die Heike wunderbar gefallen haben und die ich gehasst habe (keine Fenster, kein Tageslicht, Klimaanlagen etc., aber eben massig Geschäfte!). Ich habe mir dann auch gleich noch einige Levi's Jeans aus den USA mitgebracht: Diese kosten in L.A. ca. 35 Dollar pro Stück (Deutschland: ca. 85 EUR!).
Insgesamt würde ich nicht noch einmal soviele Tage in L.A. verbringen: Die Stadt ist sehr dezentral und für alle Sehenswürdigkeiten muss man quer durch die Stadt gurken. Zudem ist die Stadt ziemlich häßlich... Wahrscheinlich würde das Ganze mit einem Ortskundigen etwas mehr Spaß machen, wenn man z. B. auch in die ganzen Rock-Schuppen gehen kann, wo Größen wie z. B. Guns'n'Roses bekannt geworden sind. Aber ehrlich gesagt haben wir uns bei Dunkelheit in diese Gegenden nicht mehr getraut. Ich würde nun lieber einige Tage mehr in San Francisco verbringen: Diese Stadt ist wirklich schön, hat flair und man kann gut essen gehen!
Heute war nun unser letzter Urlaubstag. Zum Abschluss haben wir (wie jeden Tag in L.A.) nochmals im Omlette Parlour gefrühstückt und haben dann aus dem Motel ausgecheckt. Anschließend ging's zum Alamo-Center, wo wir unseren Mietwagen wieder abgegeben haben (absolut unkompliziert: Der Wagen wird am Empfang "eingescannt", kurze Sichtkontrolle, fertig.
Mit dem Shuttlebus ging's dann zum Flughafen und anschließend mit LTU zurück gen Heimat!
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The translation was initiated by Michael Schlenstedt on 2007-04-17
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