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Island (Eisland) ist wohl Europas letztes Abenteuer. Das nördlichste Land Europas ist eine Insel und liegt direkt am nördlichen Polarkreis. Island hat lediglich 290.000 Einwohner, wovon 112.000 (also ungefähr 38% aller Isländer) in der Inselhauptstadt Reykjavík.
Die Geschichtliche Abwicklung spare ich mir hier an dieser Stelle (obwohl sie sehr interessant ist!), da ich zum einen nicht sehr viel Ahnung davon habe und zum anderen dieser Teil in jedem Reiseführer sehr ausführlich beschrieben ist.
Island lässt sich landschaftlich in 5 große Gebiete einteilen:
Der Süden Islands ist geprägt durch hohe Berge und den Ozean. Auch befindet sich hier das größte Gebiet mit Weide- und Ackerland des Landes. Wandert man auf der Karte an der Südküste Richtung Osten, so trifft man anschließend auf mossbedeckte Lavafelder und an der Küste auf weite Sandfelder, bis man schließlich auf die 2 größten Gletscher der Insel, den Vatnajökull und den Mýrdalsjökull trifft, deren Zungen bis in den Ozean hinein reichen. Den südlichsten Teil Islands bilden die Westmännerinseln, die Vestmannaeyar.
Der Westen Islands weist eine stark zerklüftete Küstenlinie, die durch schroffe Fjorde, Einschnitte und Halbinseln geprägt ist, auf. Der Westen beginnt mit der Halbinsel Reykjanes, welche das Ballungszentrum Islands darstellt: Hier befindet sich der Flughafen in Kevlavík, zahlreiche Häfen und die Inselhauptstadt Reykjavík. Im Nordwesten befinden sich die Westfjorde (Vestfirðir), die älteste Landschaft Islands. Hier befindet sich auch die fantastische Steilküste (bei Látrabjarg und Hornstrandir) mit den riesigen Vogelbeständen.
Der Norden befinden sich wie im Westen viele Buchten und Fjorde. In dieser fruchtbaren Gegend befindet sich die größte Stadt Islands außerhalb des Ballungszentrums um Reykjavík: Akureyri mit 15.000 Einwohnern. Im Nordosten der Insel befindet sich die tundraähnliche, flache Halbinsel Melrakkaslétta, die mit zu den dünnstbesiedelten Gebieten auf Island zählt. Den nördlichsten Punkt bildet die Insel Grímsey, die direkt am nördlichen Polarkreis liegt.
Der Osten mit seinen Ostfjorden ist den Fjorden im Nordwesten sehr ähnlich. Auch hier ist das Gebiet sehr norwegisch geprägt. Durch die zahlreichen Naturhäfen haben sich in dieser Gegend diverse Fischerdörfchen gebildet. Auch befindet sich hier der Seehafen Seyðisfjörður, an denen der (Personen-)Schiffsverkehr nach Europa abgewickelt wird.
Das Hochland im inneren der Insel besteht zum großen Teil aus endlosen Schotter-, Lava- und Sandwüsten. Die Gegend ist mwhe als lebensfeindlich, weshalb sich hier auch keinerlei Siedlungen oder Bewohner finden lassen. Touristisch lohnt sich ein Besuch des Hochlands auf jeden Fall, es erfordert jedoch eine vernünftige Planung, da man in dieser Einsamkeit kaum auf Hilfe von außen hoffen kann.
Wir wollten also in diesem Jahr nach Island - das würde unseren ersten kompletten Trekkingurlaub bedeuten. Ein Hotelurlaub und eine Reise per Mietwagen ist für uns nicht in Frage gekommen: Das hätte unsere Reisekasse im sehr teuren Island bei weitem gesprengt. Wir wollten also per Backpack mit Zelt das Land erkunden. In Island gibt es ein sehr gut ausgebautes Busnetz, das auch von den Einheimischen häufig verwendet werden.
Es gibt verschiedene Buspässe, die eine Erkundung der Insel zu einem besonders günstigen Preis erlauben. So kann man sich, je nach den Wunschzielen im Land, ein passendes Angebot aussuchen. Wir haben uns für den "`Full Cycle"'-Pass entschieden: Mit ihm kann man die komplette Insel mit dem Bus umrunden und dabei seine Reise so oft unterbrechen wie man möchte. Einzige Bedingungen: Man kann eine Teilstrecke nicht doppelt befahren und man muss sich an die einmal gewählte Richtung (mit bzw. gegen den Uhrzeigersinn) halten. Wir haben den Bus ohne die Westfjorde gebucht, diese kann man aber, wenn man möchte, mit einschließen. Den Pass kann man sich vor Ort am Busterminal in Reykjavík besorgen.
Unsere Routen und die Treks, die wir laufen wollten, haben wir bereits zu Hause geplant. Bis auf die Übernachtung in der Hütte auf dem Fimmvörðuháls-Pass haben wir nichts in Deutschland gebucht. Auf den Campingplätzen ist reichlich Platz, sodass wir stehts ein Plätzchen zum Schlafen hatte. Wer allerdings ind en Jugendherbergen schlafen möchte, dem sei eine Buchung im vorraus geraten! Diese sind stark frequentiert und eigentlich immer überfüllt.
Für einen Trekkingurlaub ist es sehr wichtig, sich im Vorfeld zu überlegen, welche Dinge man auf so einer Tour benötigt. Das unterscheidet sich kaum von anderen Trekkingreisen in anderen Ländern. Es gibt für Island eigentlich nur zwei größere Besionderheiten: Das Wetter ist stets schlecht. Daher ist es unumgeänglich, eine gute, regengeeignete Ausrüstung zu haben. Dazu gehört eine gute Regenjacke sowie eine Regenhose. Das Zelt sollte Wasserdicht und sturmsicher sein und sollte sich am Besten auch bei Regen auf- und abbauen lassen (also Außenzelt zuerst, dann das Innenzelt). Des weiteren sind Lebensmittel in Island sehr teuer, besonmders frisches Obst. Daher macht es Sinn, schon einige Lebensmittel (nicht alles ist erlaubt!) mitzubringen, insbesindere Trockenfrüchte u.ä.
Unsere Pack-Liste habe ich ins Internet gestellt: Als PDF-Datei unter http://www.schlenn.net/reiseberichte/europa/island/packliste.pdf oder aber zum weiterbearbeiten im Excelformat unter http://www.schlenn.net/reiseberichte/europa/island/packliste.xls.
Weitere Vorbereitungen sind nicht notwendig, seit dem Beitritt Islands zum Schengener Abkommen reicht zur Einreise ein Reise- oder Personalausweis aus.
Die Währung in Island ist die isländsische Krone (krónur): abgekürzt ISK. Im Umlauf sind Münzen zu 1, 5, 10, 50 und 100 krónur sowie Banknoten zu 500, 1000, 2000 und 5000 krónur. Der Umrechnungsfaktor ist ungefähr 1:86. D. h. 1 EUR entspricht ca. 86 ISK.
Sehr weit verbreitet in Island sind mittlerweile Kreditkarten. Wir hatten eine VISA-Karte mit und konnten damit überall bezahlen und auch Geld am Automaten abheben. Das erste Geld haben wir uns direkt am Flughafen in Kevlavík geholt. In Deutschland haben wir kein Geld umgetauscht.
Es gibt einige Fluggesellschaftem die Island mittlerweile anfliegen. Größter Carrier ist aber immernoch Iceland Air. Eine Internetrecherche lohnt sich! Allerdings sind Flüge nach Island nicht zu Dumpingpreisen zu erhalten. Unser Flug kostete 470 EUR pro Person und ging von Amsterdam nach Kevlavík, der ehemalige Militärflughafen in der Nähe von Reykjavík.
Literatur gibt es in unendlicher Stückzahl. Mein Lieblichgsreiseführer, die Reiseführer des Lonely Planet Verlags, haben mich auch diesesmal wieder nicht enttäuscht. Daher kann ich diese uneingeschränkt empfehlen. Auch der Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag ist gespickt mit detaillierten Informationen zu den meisten Orten in Island und genauso wie der Lonely Planet uneingeschränkt zu empfehlen. Er erwies sich zudem als etwas aktueller als der Lonely Planet. Heir liegt auch das größte Problem bezüglich der Reiseführer: In Island ändert sich alles extrem schnell, sodass es kaum möglich ist, den Reiseführer wirklich immer auf dem aktuellsten Stand zu halten.
Alle anderen Reiseführer, die ich noch verwendet habe, eignen sich für einen Individual-Trekking-Urlaub nur bedingt: zu oberflächlich sind die Informationen. Aber um sich ein wenig in das Land einzulesen und noch einiges Wissenswertes über die Landschaften, Gegenden und Sehenswürdigkeiten zu erfahren sind sie ebenfalls zu empfehlen.
Zudem habe ich bei meinen Reisevorbereitungen einige sehr gute Internetseiten gefunden, die ich hier ebenfalls mit nennen möchte:
Eines der wichtigsten Themen in Island ist das Wetter. Und das nicht ohne Grund: Wenn man Pech hat und das schlechte Wetter zieht genau mit der Reiserichtung, die man selbst um die Insel gewählt hat, mit, so kommt man aus der Regenphase nicht wieder heraus. So ist es uns ergangen ;-) Zudem kann das Wetter in Island sehr schnell und sehr radikal umschlagen. Ist man dann mitten in der Wildnis, so kann der Wetterumschwung sogar gefährlich werden. Daher ist es sehr wichtig, sich bei Tagesanbruch am Campingplatz oder im Hotel nach dem Wetter zu erkundigen. Meist gibt es eine Art "`schwarzes Brett"', an dem der aktuelle Wetterbericht aus dem Internet aushängt. Auf der Abbilung fig:wetter ist das Wetter unseres Urlaubs dargestellt.
Wetter: tagsüber 11 C , stark bewölkt aber trocken, leichter Wind.
Heute sollte es nun los gehen. Dummerweise haben wir wieder mal beschlossen bei der Reise Geld zu sparen und waren zu geizig, den Anschlussflug zu unserem Hauptflug, der ab Amsterdam ging, zu buchen: D. h. Anreise zum Flughafen mit der Bahn...
Um 7:21 Uhr startete der Bus (fast) vor unserer Haustür zum Osnabrücker Hauptbahnhof. Zum Glück haben wir ja eine Trekking-/Rucksacktour in Island geplant, und so hatten wir bis auf unseren riesigen Rucksack kein weiteres Gepäck dabei. Das machte die ganze Fahrt mit Bus und Bahn doch recht erträglich. Für mich gibt es nichts schlimmeres als mit einem riesigen Koffer, einem Rucksack, einer Tasche und noch einer Reiseprovianttüte in einem überfüllten Bus dreimal aus- und umsteigen zu müssen, gleichzeitig natürlich Heike bei Ihrem Gepäck zu helfen usw. usw. Dann ist der Tag immer schon gleich gelaufen... Aber zum Glück entfiel das ja alles! Der Zug am Osbarücker Bahnof startete pünktlich um 7:53 Uhr Richtung Amsterdam / Schiphol.
Die Bahnfahrt war sehr angenehm: Der Zug war kaum überfüllt und wir hatten uns Plätze reserviert. Wir kamen sehr pünktlich am Flughafen in Schiphol an und hatten somit genügend Zeit in aller Ruhe einzuchecken und noch einen Kaffee zu trinken. Die übrige Zeit haben wir genutzt um noch letzte "`Notwendigkeiten"' auf dem Flughafen einzukaufen.
Der Flug mit Iceland Air war ebenfalls völlig unspektakulär und ruhig. Um 15:00 Uhr Ortszeit landete der Flieger auf dem ehemaligen Militärflughafen der US-Armee in Kevlavík. Am Flughafen haben wir uns ersteinmal am Geldautomaten die ersten isländischen Kronen geholt. Anschließend haben wir den sogenannten Flybus Richtung Reykjavík genommen. Der Flughafen liegt ca. 40 - 50 km von der isländischen Hauptstadt entfernt. Der Flybus fährt regelmäßig die Strecke zwischen Flughafen und Hauptstadt, der Fahrplan ist auf an- und abgehende Flieger ausgerichtet, sodass jeder die Chance hat von hier wegzukommen ;-) Die einfache Fahrt kostet 1200 ISK (ca. 13 EUR).
Der Bus hat uns direkt zum Campingplatz in Reykavík gebracht (direkt hinter dem Youth Hostel). Der Platz ist (für einen Campingplatz in einer Landeshauptstadt) recht schön und grün gestaltet, die Rezeption ist (fast) Tag und Nacht besetzt. Zudem gibt es hier das Notwendigste (z. B. Gaskartuschen) zu kaufen. Alles weitere (wie z. B. Frühstück) erhält man im Hostel neben an, mit dem der Campingplatz eng zusammenarbeitet.
Nachdem wir das Zelt aufgebaut hatten sind wir noch schnell einkaufen gegangen, da wir fast nichts aus Deutschland mitgenommen hatten. An die Lebensmittelpreise in Island muss man sich ersteinmal gewöhnen. Es ist schon sauteuer und mit unseren Preisen nicht zu vergleichen. Wenn man sich allerdings überlegt, dass fast alles per Schiff auf die Insel gebracht werden muss, ist es auch kein Wunder, dass (importierte) Lebensmittel hier so teuer sind. Ich frage mich nur, wie die Einheimischen hier Ihren Lebensstandard finanzieren...
Zurück auf dem Zeltplatz haben wir uns einen heissen Tee gekocht und etwas zu essen gemacht. Der Campingplatz bietet dazu direkt bei der Rezeption sehr gute Koch-, Abwasch- und Sitzgelegenheiten. Besonders gefallen hat mir, dass es kostenlos heisses Wasser auf dem Campingplatz gibt. Das war für uns neu! Bei allen anderen Campingausflügen mussten wir bisher unser Wasser immer (sehr kosten- und zeitintensiv) mit dem Gaskocher aufheizen. Da Heisswasser in Island jedoch fast überall kostenlos zur Verfügung steht, kann man es mehr oder weniger überall kostenlos beziehen. Die ganze Stadt Reykjavík wird aus mehreren riesigen Heisswasserspeichern, die aus heissen Quellen gespeist werden, mit fast kochendem Wasser (ca. 80 C !!!) versorgt - eine Versorgung wie sie bei uns mit Kaltwasser üblich ist. Allerdings muss man sich ersteinmal an den Gestank des Wassers gewöhnen: Es riecht extrem nach Schwefel (faulen Eiern). Harmlos aber gewöhnungsbedürftig. Seinen Tee und selbst Kaffee sollte man mit dem Wasser nicht kochen (ich spreche aus eigener Erfahrung...). Auch beim Duschen ist vorsicht geboten: Heiss heisst auch wirklich heiss in Island!
Gegen 20:00 Uhr sind wir dann in unsere Schlafsäcke gekrochen, da wir von der ganzen Reise doch sehr kaputt waren. Nachts war es saukalt und taghell: Sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe mehrmals nachts auf die Uhr schauen müssen, da man, wenn man zwischendurch mal aufwacht, einfach nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden kann. Man weiß dann einfach nicht, ob man noch weiterschlafen oder schon aufstehen muss.
Wetter: tagsüber 12 C , Regen, leichter Wind.
In dieser Nacht hat es angefangen zu regnen (wie sich später herausstellen sollte nicht die letzte Nacht mit Regen...), und das schlechte Wetter hat sich leider den ganzen Tag fortgesetzt. Unser neues Zelt (ein Salewa) hat den Regen allerdings sehr gut überstanden und alles im Zelt ist trocken geblieben. Unsere erste Nacht war sehr ruhig (hatte ich auf dem großen Campingplatz nicht erwartet - es war aber noch sehr wenig los hier). Trotz das es nachts wirklich taghell war haben wir bis um 7:00 Uhr geschlafen - also 11 Stunden! Nach dem ganzen Stress vor dem Urlaub war das anscheinend ersteinmal notwendig.
Auf Grund des Regens haben wir die ursprünglich geplante Fahrradtour ins Thermalgebiet an der Krýsuvík-Farm gecancelt und haben stattdessen einen Standrundgang durch Reykjavík gemacht (natürlich bei strömendem Regen). Reykjavík ist auf den ersten (regnerischen) Blick eine nicht gerade schöne Stadt. Fast jedes Haus hat Frost-Schäden am Putz und könnte mal einen neuen Anstrich vertragen. Bis auf wenige alte Holzhäuser wimmelt es von Betonbauten aus den 50'er bis 70'er Jahren... Industriegebäude sind teilweise nahe am Stadtkern entstanden, und so hat das Ganze zunächst einen Charme von einer amerikanischen Einfallstraße. Allerdings sollte sich meine Meinung noch gehörig ändern, denn hat man sich ersteinmal an den Anblick der renovierungsbedürftigen Häuser gewöhnt (diese stehen wirklich überall in Island) und ist das Wetter etwas schöner, so entwickelt man doch eine starke Sympatie für diese nördlichste Hauptstadt der Welt. Mehr dazu aber später bei unserem 2. Aufenthalt in Reykjavík am Ende der Reise.
Auf dem Rückweg unserer kleinen Stadtrunde sind wir noch am BSÍ Busterminal vorbeigegangen, um unsere Buspässe zu besorgen. Zunächst standen wir ziemlich verwirrt in der kleinen Bushalle, da wir die ganzen isländischen Schilder irgendwie überhaupt nicht kapierten... Die ganze Halle war mit Rucksacktouristen voll, die, vom Regen bereits völlig durchnässt, auf die Abfahrt ihrer Busse warteten. Ich schätze einmal, dass 90% aller isländischen Touristen, die sich außerhalb von Reykjavik bewegen, sowohl mit dem Bus als auch als Rucksacktouristen unterwegs sind. Und dieses Bild spiegelte sich auch hier in der Abfahrtshalle des Busterminals wieder. Hatte irgendwie ziemlich viel Flair!
Nach 10 Minuten blöd in der Gegend herumstehen haben Heike und ich uns dann endlich getraut, jemanden an einem Schalter anzusprechen (diese anfänglichen "`Verständigungsprobleme"' haben wir in jedem Urlaub...). Das junge Mädel am Schalter war sehr freundlich und hat uns gleich an einen jungen Mann an einem Schreibtisch in einer Art "`Büro"' verwiesen (im Nachhinein glaube ich, dass wir aus Versehen die Frau eines Reiseveranstalters angesprochen haben...). Wir wollten uns einen Full-Cycle-Pass besorgen: Mit diesem Pass kann man die komplette Insel auf der Straße 1 umrunden und dabei so oft aussteigen, wie man möchte. Einzige Bedingung: Man muss immer in die gleiche Richtung fahren, die man am Anfang seiner Reise festlegt. Anschließend darf man keine Station zurückfahren, sondern muss immer die einmal festgelegte Richtung beibehalten. Es gibt noch verschiedene andere Pässe, die z. B. auch die kleineren Routen außerhalb der Hauptstraße 1 beinhalten oder z. B. die Westfjorde mit beinhalten. Diese sind allersdings auch gleich sehr viel teurer und häufig lohnt es sich, nur kurze Teilstrecken (z. B. nach Þórsmörk) als Einzelkarte extra hinzuzukaufen. Preislisten der einzelnen Strecken liegen im Busterminal aus, und so kann man sich kurz bei einem Kaffee ausrechnen, welche Variante für den eigenen, individuellen Urlaub die Günstigste ist.
Nachdem wir unsere Pässe bezahlt haben sind wir zurück zum Campingplatz gelatscht (bei strömendem Regen ganz schön weit...). Den Nachmittag wollten wir dann im Schwimmbad, welches direkt nebem dem Campingplatz liegt, verbringen. Schwimmbäder sind in Island die Institution! Jedes noch so kleine Dörfchen (mit teilweise nur 5 Häusern) hat ein Schwimmbad. Diese sind zwar oft baufällig und stammen irgendwo aus den 60'er Jahren, aber dafür haben sie um so mehr Charme! Die ganzen Dorfbewohner treffen sich Abends im Schwimmbad und reden und diskutieren den ganzen Abend! Genauso wie man sich bei uns in der Kneipe um die Ecke trifft. Fast jedes Schwimmbad hat einen Außenpool (selten auch ein Hallenbad). Die Wassertemperatur im Pool liegt bei ungefähr 28 - 30 C . Des weiteren gibt es dann sogenannte HotPots, die einer kleinen, runden Badewanne ähneln. Diese haben eine Temperatur zwischen 36 - 42 C ! Hier sitzt man eigentlich nur drin, schwitzt und redet über Gott und die Welt!
Das Schwimmbad in Reykjavík ist im Außenbereich schon ziemlich baufällig, hat aber eine große Tribüne, sodass hier auch Wettkämpfe u. ä. stattfinden können. Heike und ich haben gleich beim Anblick der Tribüne (die ebenfalls stark baufällig ist) gerätselt, ob in Island/Reykjavík jemals olympische Spiele ausgetragen worden sind. Irgendwie hatte ich soetwas im Kopf (stellte sich dann aber zu Hause als falsch heraus). Das Hallenbad ist hingegen nagelneu und eine richtige Wettkampf-Arena mit VIP-Logen, Reporterkabinen und großen Zuschauerrängen. Kurios ist, dass die Wassertemperatur im Hallenbad kälter ist als in den Außenbecken... Warmes Wasser kostet in einem Land, welches so geothermal aktiv ist wie Island halt nichts. Nachdem wir das herrlich warme Wasser im Hauptbecken während ein paar Schwimmrunden genossen hatten, haben wir in einem der zahlreichen HotPots noch ein Weilchen entspannt, bevor wir zurück zum Zeltplatz gegangen sind.
Noch ein Hinweis am Rande: In Island ist es üblich, sich sehr gründlich vor dem Betreten des Schwimmbades zu waschen. Und damit ist nicht das typisch deutsche Waschen (Dusche an, kurz drunter herlaufen und ab ins Becken) gemeint. In Island muss man sich vor dem Schwimmen mit Seife waschen: Haare, Axeln, Intimbereich und Füße. Ach ja: Man macht sich absolut lächerlich, wenn man das mit angezogener Badehose versucht. In Island duscht jeder (außer einige deutsche und englische Touristen) nackt und wäscht sich wie zu Hause auch. Hat man sich daran gewöhnt, ist's für einen selbst schon nach kurzer Zeit absolut normal. Und hygienisch ist's obendrein. Es ist einfach köstlich zu beobachten, wie einige "`Touristen"' versuchen, sich den Intimbereich mit angezogener Badehose zu waschen ;-)
In dem neben dem Campingplatz liegenden Hostel haben wir dann noch kurz gewaschen und wollten anschließend ein wenig zu Abend essen. Leider waren alle Tische und Bänke am Ess- und Grillplatz des Campingplatzes komplett überfüllt. Und so haben wir uns ein paar Brote und einen Tee direkt im Zelt gemacht. Gegen 21:45 Uhr sind wir dann ziemlich k.o. in unsere Schlafsäcke gekrochen.
Wetter: Temperatur: saukalt. Ansonsten sonnig, aber stürmisch.
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Heute sollte es nun losgehen! Unsere erste Station war Þórsmörk mit anschließender Wanderung über den Fimmförðuháls-Pass nach Skógar - ein 2-Tages-Trek. In Deutschland hatten wir dazu per eMail eine Übernachtung in der vom Útivist (dem isländischen "`Alpenverein"') unterhaltenen Hütte gebucht, die direkt am Pass auf 1100 m liegt. Die Buchung ist eher eine freiwillige Vorabbezahlung. Man hat dann theoretisch Vorrecht vor anderen ankommenden Wanderern, die nicht vorgebucht haben. Aber auf so einer Hütte lässt man niemanden draussen stehen und so wird üblicherweise so oder so eng zusammengerückt, wenn es voll wird. Einen "`Aufseher"' oder soetwas gibt es auf der Hütte auf jeden Fall nicht. Das regelt man alleine untereinander. Um 7:30 Uhr fuhr der Shuttlebus zum BSÍ-Busterminal pünktlich direkt vor dem Hostel ab (250 ISK/Person). Glücklicherweise konnten wir heute morgen das Zelt noch im trockenen abbauen und in unseren Rucksäcken verstauen. Die Linie 9 startete dann um 8:30 Uhr vom BSÍ-Terminal Richtung Þórsmörk. Da wir durch unseren Full-Cycle-Pass auf dem größten Teil der Strecke kostenlos fahren konnten, mussten wir nur für den Abstecher nach Þórsmörk 1900 ISK/Person nachzahlen. Noch waren wir guter Dinge... ;-)
Der Bus hielt an der Húsadalur-Hütte. Es gab dann noch einen Shuttlebus zur Básar-Hütte, wo der eigentliche Trek über den Gletscher beginnt. Laut Reiseführer waren es allerdings nur 60 Minuten von der Húsadalur- zur Básarhütte. Also haben wir uns entschlossen, "`dieses kurze Stück"' zu Fuß zu laufen. Wie bescheuert man doch manchmal sein kann... Der Weg stellte sich mit unseren 20 - 30 kg schweren Rucksäcken als bereits ziemlich anstrengend heraus: Wir brauchten über 2 Stunden, der Weg ging zunächst steil bergan (ca. 500 Höhenmeter), anschließend wieder herunter und durch das geröllige Flussbett des Króssa, wobei man im Flussbett einen ziemlichen Umweg laufen muss, um über die einzige in der nähe liegenden Brücke zu kommen. Selbstverständlich haben wir es auch nicht für notwendig gehalten, mit so einem schweren Gewicht wie den Rucksack in Deutschland mal ein bisschen zu üben. Und so kamen wir bereits ziemlich fertig an der Básar-Hütte an. Für heute hätte es an diesem Punkt eigenltich schon gereicht.
Aber der Trek sollte ja erst beginnen! Also haben wir uns nach einer kurzen Rast an der Básar-Hütte auf zum 1. Teil des Treks gemacht. Es war 15 Uhr und es ging bergauf auf den Eyjafjallajökull-Gletscher. Dieser erste Aufstieg war zwar anstrengend, aber wir wurden mit wunderschönen Ausblicken bei herrlichem Sonnenschein belohnt! Einige schwierigere Kletterpassagen mussten wir bereits zurücklegen (schwierig auf Grund des fetten Rucksackes), die Halteseile, an der man sich festhalten sollte, um nicht in die Tiefe zu stürzen, waren leider alles andere als fest verankert, und so hatten sie eher einen beruhigenden Placebo-Effekt: Irgendwie hatte man das Gefühl, sich festhalten zu können...
Nach 2 Stunden verließen wir die Baumgrenze und gaben uns der Hoffnung hin, es bald auf die Spitze des Passes und somit zum heutigen Tagesziel, der Fimmförðuháls-Hütte, geschafft zu haben. Aber weit gefehlt: Der mittlere Teil der Wanderung war wirklich heftig! Steile Klippen, ein Weg, der manchmal nicht breiter als 30 cm war (links und rechts ein Abgrund von mehreren hundert Metern), dazu heftiger Sturm und 20 kg Gepäck auf dem Rücken! Nach den jetzt insgesamt 4 Stunden waren Heike und ich fix und alle. Naja: Auch jetzt dachten wir wieder, dass wir es bald geschafft haben. Aber wieder falsch gedacht: Jetzt erst kam der heftigste Teil der Strecke: Nur noch Geröll, keine Wege mehr, dazu teilweise sehr, sehr steile Schneefelder, auf denen man bei jedem Schritt 20 - 30 cm tief in den Schnee eingesackt ist. Nach jedem Hügel wieder nur unendliche Weite, Geröll und Schneefelder - aber keine Hütte. Es ging nur noch bergauf, bergrunter - Schneefeld - bergrauf, bergrunter - Geröllfeld. Wir waren wirklich am Ende unserer Kräfte. Bei der Tour habe ich meine ganz persönliche Leistungsgrenze erreicht (zumindest ungeübt mit 20 kg Gepäck). Nach 6,5 h Stunden war es dann zum Glück endlich soweit: Der zum Schluss wirklich unendliche Weg hatte ein Ende und am Horizont konnten wir die Nothütte des Útivist oben auf einem Gipfel sehen. Nur noch einen kleinen Berg in weitem Bogen herauf (ich schätze mal ca. 100 m Höhenunterschied) und es war geschafft. Wir haben nur noch (natürlich unter dem Lächeln der bereits vor uns eingetroffenen Wanderer) unsere Rucksäcke abgeschmissen, Schuhe und Socken ausgezogen und uns unter extremen Stöhnen auf die Pritschen gehockt. Anschließend haben wir uns mit Wasser aus der Regentonne einen Tee gekocht. Danach ging's mir schon sehr viel besser und ich habe mir noch eine kleine Tütensuppe gekocht. Heike hat bis auf einen Müsli nichts mehr gegessen und nur noch gepennt.
Die Hütte war alles andere als überfüllt: Mit uns war nur noch ein amerikanisches Pärchen und ein "`Opa"' (ich schätze mal deutlich über 65 Jahre) mit seinem Enkel/Sohn in dieser Nacht hier oben. Ich frage mich, wie man in dieser winzigen Hütte 23 Leute (das ist die angegebene Kapazität der Hütte) unterbringen will. Das geht nur mit Stapeln! Die Hütte ist aber urgemütlich und die Nacht hatte wirklich etwas von Abenteuer! Beim Einschlafen ist mir durch den Kopf gegegangen, wie verweichlicht ich doch bin! Eine "`kleine"' Wanderung mit gerade mal 25 kg Gepäck und schon vollkommen fertig! Interessant sind auch die unterschiedlichen Wandercharaktere, die auf so einer Hütte zusammentreffen: Heike und ich mit Standard-Trekking-Ausrüstung (Goretex-Jacken, Regenhosen, neuen Rucksäcken), dann das amerikanische Pärchen mit hypermodernen "`Astronautenanzügen"', speziellen Trekkingmahlzeiten und einer hochmodernen Ausrüstung. Und dann der "`Opa"' und sein Enkel/Sohn: Bekleidet mit Kordhose und Strickjacke, einem Rucksack aus den 50'er Jahren mit dünnen Lederriemen als "`Tragesystem"', als Essen haben sie sich stinknormale Nudeln gemacht. Die beiden waren die einzigen munterne Leute auf der Hütte... Für die beiden war das wahrscheinlich ein Sonntagsspaziergang ;-)
Wetter: 11 C , windig und trocken, aber sehr nebelig und stark bewölkt.
Die Nacht hat gut getan: Ich habe geschlafen wie ein Stein und es tun mir nicht mehr 100% sondern nur noch 98% meines Körpers weh. Die beiden Amis wollten noch den Bus in Skógar Richtung Osten erwischen und haben sich daher als erstes auf den Weg gemacht. Der "`Opa"' samt Sohn/Enkel sind aus Richtung Skógar gekommen und wollten in die andere Richtung nach Þórsmörk runter laufen. Da ihnen der normale Weg zu langweilig war, wollten sie direkt über den Gletscher laufen. Respekt! Die beiden waren sowieso ein ziemlich eingespieltes Team: Jeder wusste am morgen genau, was er zur Vorberreitung zu tun hatte. Das haben die offensichtlich nicht zum ersten Mal gemacht (konnte man sich eigentlich auch denken, so fit, wie die waren!). Da Heike und ich sowieso in Skógar übernachten wollten, haben wir uns ausgiebig Zeit gelassen und in aller Ruhe gefrühstückt. Zudem lockte das Wetter nicht wirklich: Der Blick aus dem kleinen Fenster nach draussen offenbarte feuchtkalten Nebel und Regen. Der Sonnenschein von gestern hatte sich ganz offenbar schlagartig heute nacht verzogen.
Den Kaffee zum Frühstück hätte ich wohl besser nicht getrunken: Ich musste auf's Klo. Mmhh, wie man sich denken kann, gibt es auf einem Gletscher weder Strom noch fliessend Wasser - also auch kein Wasserklo. Es gab lediglich ein Plumpsklo. War zwar kein Vergnügen darauf zu gehen, aber ich musste an die armen (allerdings freiwilligen) Leute bei Útivist denken, die diese Kübel hier in regelmäßigen Abständen abholen!
Noch frohen Mutes sind wir dann gegen 9:30 Uhr runter nach Skógar aufgebrochen. Nach einigen weitläufigen Schneefeldern ging die Landschaft dann in Stein und Geröll über. Ab hier verlief dann eine grobe Jeeppiste, die wir der Einfachheit halber nach unten nehmen wollten (es gibt einen wesentlich attraktiveren, aber sehr viel anstrengenderen und weiteren Weg für Fußgänger abseits der Piste). Die Landschaft änderte sich über Stunden nicht: Geröll und Steine soweit das Auge reicht. Der gestrige Tag hatte uns allerdings so erschöpft, dass wir immer wieder Pausen einlegen mussten. Bei strömendem Regen kein Vergnügen, noch dazu wenn man richtig naßgeschwitzt ist und es saukalt ist. Man fängt nach kurzer Zeit an zu frieren, hinsetzen kann man sich eh kaum. Der Rückweg kam uns endlos vor... Irgendwann kam uns ein Pärchen entgegen. Heike achtete dummerweise gerade in diesem Moment nicht auf ihre Füße und lag prompt wie ein Käfer auf dem Rücken/Rucksack im Dreck! Blöderweise war das Pärchen auch noch aus Deutschland - peinlich ;-) Aber zum Glück ist Heike nicht viel passiert, außer der Regenüberhose, die ein kleinen Riss abbekommen hat, ist nichts passiert. Nach dem üblichen Erfahrungsaustausch (die beiden haben doch tatsächlich nach Duschen auf der Útivist-Hütte gefragt; als ich ihnen erzählte, dass es normalerweise dort nur Schnee als Trinkwasser gibt, sie aber Glück hätten, dass die Regentonne voll ist, haben sie ziemlich blöd und ungläubig aus der Wäsche geguckt) ging es dann zum Endspurt Richtung Skógar.
Irgendwann wurde es dann links und rechts neben dem Weg auch wieder grün und man sah die 5-10 Häuser, die das Örtchen Skógar bildeten. Das letzte Stück ging dann nochmal richtig steil bergab, anschließend endete der Weg mitten auf einem kleinen Bauernhof in Skógar. Gegen 14:30 Uhr kamen wir in Skógar an - ich war so fertig, dass ich meinen Rucksack, unten im Dorf angekommen, nur noch von mir geschmissen habe, mich mitten auf die Straße gelegt habe und nicht mehr weitergehen wollte. Zum Glück war das Edda-Hotel, wo wir übernachten wollten, nur 100 m entfernt. Mehr hätte ich auch nicht mehr geschafft. Edda-Hotels sind normalerweise Schulen, die in den Sommerferien die Internatsräume als Hotelzimmer vermieten. Die Kantine wird zum Restaurant umfunktioniert und die Turnhalle fungiert als Schlafsack-Unterkunft. Oft arbeiten Schüler, die anscheinend nicht nach Hause gefahren sind, während der Ferien im Hotel an de Rezeption, am Pool und als Bedienung im Restaurant. Wir sind also geradewegs ins Hotel, Schuhe ausgezogen (war so üblich hier) und sofort zur Rezeption und nach einer Unterkunft gefragt. Wir haben uns für die Turnhalle entschieden.
Das Edda hier in Skógar machte einen überaus freundlichen Eindruck und hatte irgendwie richtig Flair: alles wurde von Schülerinnen gemanaged, lediglich die Rezeption wurde von einer etwas "`älteren"' Frau geleitet (ca. 35). Sie sagte uns auch gleich (nachdem sie in unsere Gesichter geschaut hatte), dass das Thermalbad der Schule noch geöffnet sei! PERFEKT! Aber vor dem Besuch im Schwimmbad haben wir uns ersteinmal nach einer langen und sehr heissen Dusche (ich habe in meinem Leben noch nie so gut geduscht) in der Turnhalle aufs Ohr gehauen. Wir waren (um diese Uhrzeit) noch die einzigsten in der ganzen Halle. Nachdem wir ca. 1 Stunde geschlafen hatten, sind wir ins Schwimmbad gegangen. Nach ein bis zwei Bahnen sind wir ab in den HotPot (37 C ) und haben erstmal richtig entspannt und die müden Knochen wurden so gaaaanz langsam wieder einigermaßen munter.
Als das Bad schloss haben wir uns zum Abendessen aufgemacht. Die Kantine ging ein paar kleine Stufen herunter, die ich kaum gehen konnte. Ich habe in meinem Leben noch nicht so einen Muskelkater gehabt. Ich bin gelaufen wie ein 90jähriger! Im Speisesaal saßen dann auch die beiden Amis, die ihren Buss verpasst hatten... Ich mag mich täuschen, aber ich glaube sie haben sich ziemlich amüsiert wie ich die Treppe runtergeeiert kam ;-) Als Essen gab es ein Buffet mit isländsichen Gerichten (hauptsächlich Fisch). Das Essen war sehr gut und für ca. 2000 ISK / Person sehr zu empfehlen. Beim Abendessen habe ich dann bereits angefangen zu frieren, und meine Befürchtung sollte sich später bestätigen: in der Nacht habe ich (wohl vor Überanstrengung, ich alte Lusche) Fieber bekommen. Daher haben wir noch am Abend beschlossen, in Vík einen Zwischenstop einzulegen: Laut Reiseführer gab es hier einen Supermarkt, eine Bank und Waschmaschinen. Besser geht's nicht!
Wetter: 11 C , windig, bewölkt und trocken.
Das Fieber ist in der Nacht etwas besser geworden, war aber noch nicht ganz weg. Wir sind nach dem Aufwachen ersteinmal frühstücken gegangen. Danach ging's mir auch gleich etwas besser, wobei ich keinen Kaffee zum Frühstück getrunken habe. Das spricht ibei mir Bände! Nach dem Frühstück haben wir unsere Sachen zusammengepackt, unsere Klamotten sind zum Glück über Nacht komplett getrocknet, und sind dann auf einen kleine Spaziergang durch den "`Ort"' aufgebrochen, da wir noch etwas Zeit hatten, bis der Bus nach Vík startete. Es gibt im Ort ein kleines Museumsdörfchen, welches wir uns angeschaut hatten. Wir haben es ziemlich bedauert, dass wir uns den Skógar-Foss nicht mehr anschauen konnten. Aus dem Bus haben wir dann später gesehen, dass der beeindruckende Wasserfall nur ca. 2 Minuten Fußmarsch vom Edda-Hotel weg gewesen wäre. Dummerweise konnte man ihn aber nicht sehen, sodass wir mit so einer kurzen Strecke nicht gerechnet hatten.
Der Bus nach Vík kam um 11:20 Uhr und hielt direkt hinter dem Edda-Hotel auf dem Parkplatz. Die Fahrt nach Vík dauerte nicht lange und so waren wir bereits nach kurzer Zeit an unserer neuen Station angekommen. Wir mieteten uns im "`Hotel Vík"' eine kleine 1-Zimmer-Hütte, da ansonsten alle Zimmer ausgebucht waren. Das Bad hatte einen ziemlich schimmeligen Fußboden und die ganze Bude roch nach Schimmel. Das war nicht so ok, aber ansonsten ging es. Ich würde hier allerdings nicht noch einmal so eine Hütte mieten (zu den Zimmern kann ich nichts sagen).
Mittags haben wir am Imbiss in der Esso-Tankstelle (Tankstellen sind so ungefähr das Dorfzentrum eines isländischen Örtchens, meist ist ein kleines Restaurant/Imbiss dort angeschlossen) gegessen, anschließend sind wir in den Ort gegangen und haben etwas eingekauft. Danach haben wir uns den schwarzen Strand von Vík angeschaut, der wirklich sehr schön war. Überhaupt ist Vík ein recht schöner Ort! Gegen Abend wollten wir dann noch waschen und sind zunächst mal zum Campingplatz gelaufen, da der Lonely Planet hier eine Waschmaschine auswies. Dummerweise war die Maschine kaputt... Also haben wir unser Glück noch im Hostel am anderen Ende des Ortes versucht. Die hatten allerdings keine Waschmaschine und so blieb unsere Wäsche erstmal dreckig.
Abends haben wir uns nur noch mit unserem Gaskocher eine kleine Suppe auf dem Zimmer gekocht und sind dann gleich ins Bett gegangen, damit ich mich richtig auskurieren konnte. Mittlerweile ging es mir auch schon viel besser als gestern Abend.
Wetter: 9 C , windig, Regen.
In der Nacht habe ich nochmal richtig heftig geschwitzt, aber am nächsten Morgen war das Fieber zum Glück weg. Die Entscheidung, anstatt im Zelt in einem richtigen Bett zu übernachten war goldrichtig. Wir haben richtig ausgeschlafen und uns dann in aller Ruhe fertig gemacht. Gefrühstückt haben wir wieder in der Essostation. Als wir so beim Frühstück saßen, kamen 2 Typen ins Restaurant und wollten einen der Löffel, die im Selbstbedienungsbesteckkasten lagen, käuflich erwerben. Sie hatten wohl vergessen, ihr Campingbesteck einzupacken... Die Bedienung war zwecks der Preisgestaltung etwas überfragt (kommt wohl nicht so häufig vor, dass jemand in ihrem Imbiss das Besteck kaufen will) und hat ihren Chef gerufen. Sein erstes Angebot, nachdem er die beiden Ausländer eindringlich gemustert hatte, war: 150 $. Naja, letztendlich haben sie 2 Löffel für 200 ISK bekommen (also ungefähr 2 Euro). Die Isländer sind einfach super nett und hilfsbereit, mögen die Bitten der Touris auch noch so seltsam erscheinen ;-)
Der Bus zum Skaftafell-Nationalpark kam pünktlich und fuhr auch direkt von der Essotankstelle ab. Am Nationalpark angekommen hat uns gleich erst einmal eine Busladung Rentner überrannt. Auch sonst darf man hier mit Abgeschiedenheit und Ruhe nicht rechnen. Der Park ist dafür viel zu einfach zugänglich, und so kommt hier Hinz und Kunz mit dem Touristenbus vorgefahren... Zum Glück war auf Grund des schlechten Wetters auf dem Campingplatz nichts los, und so hatten wir mehr oder weniger freie Platzwahl. Wir hatten erst noch überlegt eine Schlafsackunterkunft auf der nahe gelegenen Bölti-Farm zu nehmen. Da wir uns nicht entscheiden konnten haben wir eine Münze geworfen und der Campingplatz ist es dann letztendlich geworden.
Unser Zelt mussten wir in strömendem Regen aufbauen. Das hat allerdings erstaunlich gut funktioniert, denn das Zelt ist so konstruiert, dass man zunächst das Außenzelt und erst anschließend das Innenzelt aufbauen kann. Sehr praktisch in Island! Sollte man drauf achten, wenn man sich ein neues Zelt für einen Island-Urlaub anschafft.
Gegen Nachmittag sind wir dann die "`Wasserfall-Tour"' gelaufen. Sehr nett, aber eben typisch Nationalpark: Angelegte Wege, Aussichtspunkte und leider recht viele Leute. Dem strömenden Regen hatten wir es wohl zu verdanken, dass sich der Andrang dennoch in Grenzen hielt. Die meisten Tagestouristen haben sich wohl darauf beschränkt, Souveniers im Andenkenladen direkt am Eingang des Parks zu kaufen. Naja...
Zum Abendessen gab's Spagetti-Bolognese (Spa-bollo). Neben uns saß ein deutsches Pärchen, die sich mit einem alleinreisenden deutschen Junggesellen unterhielten (so einen etwas zu kurz geratenen Interlektuellen oder sowas ähnliches). Er erzählte die ganze Zeit nur, wie cool es doch als Backpacker ist und was für Idioten doch die Leute auf Mallorca alle sind. Dann noch ein paar Bundeswehr-Survival-Geschichten und zum Schluss, weils gerade so "`inn"' ist, noch über die Amis hergezogen. Man, was für ein Spinner! Wundert mich nicht, dass der alleine unterwegs ist. Dem Pärchen schien es auch schon ziemlich auf den Wecker zu gehen, zumindest hatten beide so einen Gesichtsausdruck wie "`Warum haben wir ihn bloß angesprochen..."'. Heike und ich haben uns köstlich amüsiert!
Zurück in unserem Zelt haben wir noch ein bisschen gelesen (dunkel wurde es ja nachts sowieso nicht...). Heike hat mir aus irgendeinem Reiseführer vorgelesen, dass einer der 13 isländischen Weihnachtszwerge "`Löffellecker"' heisst und das man, wenn man sich in der Midsommernacht nackt auf dem Boden wälzt (soll gesund sein) bedenken sollte, dass es im Sommer in Island nicht dunkel wird... Wir haben uns bei der Vorstellung noch eine ganze Weile ziemlich kaputt gelacht.
Im Hintergrund grollte ab und zu noch der Gletscher (Vulkan oder Schneelawine?)... Darüber sind wir dann eingeschlafen.
Wetter: 9 C , sehr windig, Regen.
Wir sind extra früh aufgestanden, um alles in Ruhe einpacken zu können, da der Bus in Richtung Jökulsárlón bereits um 9:00 Uhr von hier aus abfahren sollte. Also sind wir um 6:15 Uhr aufgestanden. Allerdings haben wir irgendwie ziemlich lange gebraucht, um alles einzupacken. Als wir um 8:30 Uhr endlich mit allem fertig waren, wollten wir noch schnell einen Kaffee und ein Sandwich im Imbiss beim Visitorcenter frühstücken. Der Imbiss macht allerdings erst um 9:00 Uhr auf - seltsam für einen Campingplatz. Also Gaskocher raus und selbst ans Werk gemacht! Als allerdings der Bus um 9:15 Uhr immer noch nicht da war, habe ich mir den ausgehängten Busfahrplan nochmal genauer angeschaut: Valid from 1/7/05. Verdammt! Wir sind genau einen Tag zu früh! Der nächste Bus auf dem noch gültigen Fahrplan fuhr erst um 14:30 Uhr! Gut, dass wir mitten in der Nacht aufgestanden sind... Also was jetzt noch mit dem übrigen vormittag anfangen? Wir haben uns entschieden, die Klamotten im Visitorcenter abzustellen und uns noch ein wenig die nähere Umgebung anzuschauen. Wir sind zur Farm Sel gelaufen, wo man sich die ursprüngliche Lebensweise der Bauern auf Island anschauen kann (u. a. in begehbaren alten Wohnhäusern) und wir waren noch bei der nahe gelegenen Gletscherzunge, die ziemlich beeindruckend war.
Als dann der Bus endlich um 14:30 Uhr ankam, hat es wie aus Eimern angefangen zu schütten. Leider hat es auch noch so stark geregnet, als wie am Jökulsárlón-See ankamen, auf dem einige Szenen irgendeines James Bond-Films gedreht wurden. Naja, das wunderschöne Panorama mit kristallblauem Wasser und schneeweissen Eisbergen, welches ich von den Postkarten und Reiseführern im Kopf hatte, haben wir dann irgendwie nicht gehabt... Der Bus macht am See 15 Minuten Pause. Trotz des miesen Wetters wollten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Also raus aus dem Bus bei Sturm und Regen, runter zum See gespurtet und ein paar Fotos geschossen. Anschließend wieder zurück in den Bus gehechtet. Nicht nur, dass man klitschnaß war, man hat sich auch noch wie einer der japanischen Touristen aus den zahlreichen Bussen gefühlt. Und zu guter Letzt weiß man auch noch, wie scheiße die Fotos aussehen werden, wenn man zum Vergleich diese stahlblau-weißen Postkartenmotive des Sees vor Augen hat.
Gegen 16:30 Uhr kamen wir in Höfn an. Höfn ist eine Art Zwangspause auf dem Weg Richtung Osten, da der weiterführende Bus erst am nächsten Tag abfährt. Was für ein häßlicher Ort und was für ein häßlicher Campingplatz! Der Platzwart des Campingplatzes macht zunächst einen ziemlich mürrischen Eindruck, erweist sich dann aber als super hilfsbereit. Er bietet uns gleich an, unsere Wäsche, nachdem sie fertig gewaschen hat, in den Trockner zu packen, Dann bräuchten wir nicht nochmal zwischendurch reinzukommen. Das fand ich wirklich sehr nett! Perfekter Service sozusagen.
Nachdem wir einkaufen gegangen sind, wollten wir erstmal ins Thermalbad, um ein wenig zu entspannen. Vom Camping-Wart hatten wir den Tipp bekommen, dass man sich Handtücher im Schwimmbad leihen kann, da unsere ja in der Wäsche waren. Das gilt im Übrigen, wie wir später herausgefunden haben, für fast jedes Schwimmbad in Island. Wir fanden es wirklich sehr angenehm, sich nach dem Baden mit einem richtigen und großen Baumwollhandtuch abtrocknen zu können anstelle unseres "`Trekkinghandtuchs"' aus Kunstfaser, welches ungefähr so groß wie ein Taschentuch war. Die paar Kronen war es uns allemal wert! Höfn hat ein niedliches, kleines (etwas baufälliges - wie in Island üblich) Schwimmbad mit 3 Hotpots (bis 41 C !) und einen kleinen Pool mit üblichen 28 C (draussen, versteht sich). Es war herrlich! Wir haben richtig lange in den Hotpots rumgehangen, bevor wir genug hatten und zurück zum Campingplatz gegangen sind.
Als wir ankamen, kam unsere Wäsche gerade aus dem Trockner. Wir haben die Wäsche schnell zusammengepackt und wollten dann zum Essen gehen, da wir einen mordsmäßigen Hunger nach dem Schwimmen hatten. Wir haben uns für das Ósinn entschieden (Loney-Planet-Tipp). Man sollte sich nicht vom Äußeren des Gebäudes täuschen lassen. Innen war es wirklich gut und sehr gemütlich eingerichtet. Es gab Pizza, die ebenfalls sehr gut war. Und das zu moderaten Preisen (für isländische Verhältnisse, versteht sich).
Wetter: 9 C , windstill, teilweise regnerisch.
Mal wieder mussten wir das Zelt im Regen abbauen. Wir werden dabei aber immer besser! Unter einem Unterstand am Campingplatz haben wir das Außenzelt noch etwas trocken gerubbelt, bevor wir es in einem Plastiksack verpackten und im Rucksack verstauten. Der Bus (ein kleiner Bulli) kam pünktlich. Mit uns warteten jedoch noch 5 andere Leute samt ihren Fahrrädern. Und die wollten inklusive der Räder auch noch mit. Der Busfahrer beratschlagte sich kurzer Hand mit seinem Kollegen, der mit dem Bus aus Vík ankam. Anschließend fuhr er weg und kam mit einem riesigen Reisebus zurück. Da saßen wir dann zwar nur mit 7 Leuten drin, aber die ganzen Fahrräder und das Gepäck gingen rein. Sowas möchte ich mal in Deutschland erleben! Wir sind bis Egilsstaðir gefahren und mussten dann noch 4 Stunden auf den "`Anschluss-Bulli"' nach Seyðisförður warten. Es regnete zwar nicht mehr in Strömen, aber es war ziemlich dichter Nebel aufgezogen und vereinzelt kamen schon noch ein paar Topfen vom Himmel.
In Seyðisförður wollten wir eigentlich im Hostel übernachten, dass war aber leider schon ausgebucht (blöd, da es ein ziemlicher Fußmarsch dahin gewesen ist). Also zurück in den Ort zum Campingplatz. Aber der sah irgendwie ziemlich seltsam aus (eigenltich war es nur eine Wiese mit ein paar Hecken). Im "`Verwaltungsgebäude"' wuschen ein paar Leute aus den umliegenden Hotels ihre Wäsche. Der Platzwart "`war mal eben weg"'. Da wir auch noch die einzigsten auf dem ganzen Platz gewesen wären, es wieder in Strömen regnete und wir auch irgendwie keinen Bock mehr auf Regen-Zelten hatten, haben wir uns entschlossen, uns für diese Nacht ein richtiges Hotel zunehmen.
Im Ort war nur noch ein Hotel übrig geblieben, ein weiteres Hotel, was es laut Lonely Planet noch gab, hatte vor einiger Zeit zugemacht und wurde vom nun einzigen Hotel übernommen. Das Hotel Aldan ist in 3 alten Gebäuden aus der Jahrhundertwende untergebracht. In allen Gebäuden gibt es unterschiedliche Preisniveaus. Wir haben uns für das Gebäude entschieden, welches Aldan gerade übernommen hatte (es war ursprünglich das 2. Hotel im Ort). Dieses wurde gerade renoviert und daher waren die bereits fertigen Zimmer "`ziemlich"' günstig. Das ganze Hotel samt Restaurant ist mit IKEA-Equipment eingerichtet worden - vom Glas über jeden Stuhl bis zu den Gardroben-Haken ist alles von IKEA (den es meines Wissens auf Island nicht gibt). Aber das Ganze ist sehr geschmackvoll und gemütlich eingerichtet! Und es hat richtig gut getan, mal in einem richtigen, kuscheligen Federbett zu schlafen!
Abends im Hotel haben wir dann noch unseren kompletten weiteren Urlaub umgeplant: Eigentlich hatten wir vor, einen 3-Tages-Trek nach Bakkagerði zu laufen. Aber nach der ziemlich anstrengenden Erfahrung am Fimmförðuháls haben wir uns das Ganze nicht mehr zugetraut. Die Entfernungen während des Treks waren schon ziemlich weit, die Unterkunft-Situation eher schlecht und das Wetter war mittlerweile absolut mies. Also haben wir dafür alle anderen Aufenthalte etwas gestreckt und haben auf den Trek verzichtet.
Wetter: 12 C , windig bis stürmisch, Sonnenschein!
Nach einer hervorragenden Nacht in einem richtigen Bett sind wir gegen 7:00 Uhr aufgewacht. Und zwar von der Sonne, die uns durch das kleine Sprossenfenster die Nase gekitzelt hat. Sonne! Wir sind sofort aufgestanden und haben im Hotel Aldan (im Hauptgebäude) gefrühstückt. Das Frühstück war sehr gut: Buffet-Form mit frischen Früchten, Salaten usw.
Anschließend haben wir die Zeit, bis unser Bus um 12:30 Uhr kam, genutzt und sind durch den Ort spaziert. Es war richtig warm und wir sind zum Schluss im T-Shirt spaziert! Wir haben uns zunächst den Hafen angeschaut, wo die großen Fähren in Island ankommen und sind anschließend noch durch den Ortskern spaziert. Hier gibt es eine Art kleinen See, um den Seyðisförður herumgebaut wurde. 2 kleine Bengel haben doch tatsächlich versucht, in dem See baden zu gehen! Das Wasser muss so kurz über 0 C gehabt haben. Dementsprechend viel Gekreische gab es auch beim Versuch, das Wasser zu betreten ;-)
Um 12:30 Uhr ging dann zunächst der kleine Bus zurück nach Egilsstaðir, anschließend ging es weiter zum Mývatn-See in die Ortschaft Reykjahlíð. Das schöne Wetter von heute morgen hat sich zwar gehalten, nur wurde es immer stürmischer, je weiter wir Richtung Mývatn-See kamen.
Wir haben uns für den Hlíð-Campingplatz entschieden. Diesen kann man allerdings nur durch eine Wanderung durch ein Lava-Feld erreichen (jedenfalls auf dem kürzesten Weg). Der Campingplatz wurde von einer recht "`alternativen"' Chaos-Familie geführt. Irgendwie war jeder, inklusive der ca. 10 Töchter, in das Geschäft eingebunden: Es wurden Klohäuser von den Kindern gestrichen (natürlich unter krachender RAP-Musik), ein Mädchen hatte wohl Putzdienst und eine weitere Tochter der Besitzer hat die Rezeption geleitet. Da wir nicht genau erkennen konnten, wo überhaupt die Rezeption ist, sind wir erst einmal wie blöd mitten in das Wohnhaus der Familie (eine Holzhütte aus einen Raum - versunken im Chaos natürlich) gelatscht. Peinlich!
Naja, als wir uns angemeldet hatten haben wir versucht, unser Zelt aufzubauen. Da es mittlerweile aber so stürmisch wie an der Nordsee war, war das garnicht so einfach! Aber irgendwie haben wir es dann doch mehr schlecht als recht hingestellt bekommen und uns im Sonnenschein vor dem Zelt ersteinmal etwas gekocht.
Gut gestärkt haben wir dann den Ort erkundet. Ein ziemlich kleines Nest, aber ein Supermarkt, der sogar Sonntags geöffnet hat! Zurück auf dem Campingplatz haben wir die nächsten Tage geplant und wollten uns eine heisse Tasse Tee bzw. Kaffee kochen. Diese schmeckten aber durch das Thermalwasser so stark nach Schwefel und stanken, als wenn sie direkt aus der Güllegrube abgetankt worden wären, sodass wir noch losmarschiert sind und uns 2 Liter Wasser aus dem Supermarkt besorgt haben.
Wetter: 4 - 5 C , windig bis stürmisch, Regen!
Heute Nacht war es saukalt im Zelt und ich habe ziemlich gefroren. Mein Schlafsack hat sich als Fehlinvestition (jedenfalls für isländisches Wetter) herausgestellt. Heike in ihrem 10 Jahre alten Schlafsack (allerdings mit extra Inlet) hat nicht gefroren... Zudem hat es (wieder einmal) angefangen zu regnen, dazu kam ein orkanmäßiger Sturm. Wie uns ein Isländer später erzählte (er hat uns ein Stück mit seinem Auto auf dem Rückweg unserer heutigen Tagestour mitgenommen) kommt das schlechte Wetter aus dem Osten. Wie gut, dass wir unsere Trekkingtour in den Ostfjords gecancelt haben!
Zum Frühstück haben wir uns unter freiem Himmel auf eine Bank auf dem Campingplatz gesetzt. Eigentlich zu kalt, aber das für die Bewohner des Campingplatzes aufgebaute Küchenzelt ist von Innen einfach zu hässlich und schäbig. Gut gestärkt sind wir gegen 9:00 Uhr zu unserer heutigen Tagestour, dem Vulkangebiet Krafla, aufgebrochen. Insgesamt ca. 26 km hin und zurück. Zunächst ging es durch Wiesen und Heide, an Schafen vorbei und nur wenig bergauf. Das war richtig herrlich, trotz des sehr bewölkten (aber noch trockenen) Himmels. Heike und ich haben sogar ein kleines Lamm gerettet, dass irgendwie auf die falsche Seite des Zaunes gelangt war und Mama-Schaf stand dummerweise noch drüben. Mama guckte nur ziemlich ratlos während Kind aufgeregt und blökend hin und her lief.
Aber dann kam Wind (Orkan!) auf und es fing an zu regnen. Es wurde auch immer kälter (zumindest "`gefühlt"' durch den Wind und Regen). Die Landschaft ging über in eine Vulkan-Mond-Landschaft und wurde ziemlich öde und langweilig. Der Wind wurde jetzt unerträglich... Nach mehreren Kilometern durch das Lavafeld (sehr anstrengend ohne richtigen Weg!) sind wir dann endlich am Krafla angekommen. Blöderweise haben die Isländer vergessen, irgendwo auch nur eine einzige Bank aufzustellen. Der Boden war naß und hart (Lava). Also haben wir unsere Mittags-Brote auf dem Fußboden sitzend hinter dem Klohäuschen (wo es etwas trocken und windstill war) eingenommen. Hatte auch irgendwie etwas.
Das Krafla-Gebiet an sich ist sehr interessant: Überall brodelt, pufft und dampft es aus dem Boden. Dazu ein schöner Schwefelgestank wie aus faulen Eiern. Die vulkanische Aktivität der ganzen Insel kann man hier richtig spüren. Ein unbeschreibliches Erlebnis. Auf dem Rückweg sind wir dann auch noch am Geothermal-Kraftwerk (Kröflustöð) vorbeigekommen: Hier wird aus mehreren Bohrlöchern der Wasserdampf nach oben geleitet und mit diesem mehrere Turbinen angetrieben. Kostenlosere und biologischere Energie kann man garnicht gewinnen! Das ganze Kraftwerk ist bei diesem Wetter in eine riesige Wolke aus Wasserdampf gehüllt und sieht ziemlich imposant aus!
Irgendwann hat uns dann nach ca. 6 Kilometern Fußmarsch (also Kilometermarke 19 km) der nette Isländer, den ich schon erwähnt hatte, mit seinem Auto in strömendem Regen aufgegabelt und bis fast vor die Zelttür gebracht. Super nett, aber wir müssen wohl auch sehr elend ausgesehen haben...
Nach einer heissen Schokolade (selbstgemacht auf dem Gaskocher) ging es uns dann schon wieder besser und wir wollten unsere müden Glieder noch im örtlichen Schwimmbad etwas in Schwung bringen. Leider hatte nur einer der beiden Hotpots geöffnet (der 2. wurde renoviert) und eine Gruppe dicker Österreicher, die mit ihrem Bus direkt vor's Schwimmbad gekarrt worden sind, hatte sich hier schon breit gemacht. Aber das Schwimmbecken mit 28 C war uns heute einfach zu kalt. Also sind wir trotzdem noch mit in den 40 C (!!) heissen Hotpot gestiegen und saßen zeitweise mit bis zu 10 Leuten darin. Aber egal: Es war richtig entspannend!
Abends sind wir ins Gamlin Bærimm zum Essen gegangen: Heike hatte frischen Lachs und ich Lamm. Trotz das es (wie in Island üblich) nicht ganz billig war, haben wir es doch sehr genossen. Und das Essen war richtig gut - sehr zu empfehlen! Nach einer heissen Tasse Tee zum Abschluss sind wir dann zurück zum Zelt, haben das übliche Chaos von herumliegenden Klamotten, Lebensmitteln, Fotoequipment und was man sonst noch so alles aus seinem Rucksack rauskramt, beseitigt und sind Schlafen gegangen.
Wetter: 6 C , kaum Wind, trocken aber bedeckt; morgens Regen.
Heute sollte es auf die 2-Tages-Tour vom Dettifoss nach Ásbyrgi gehen (quer durch den Jökulsárgljúfur Nationalpark). Da der Bus erst um 11:30 Uhr vom Mývatn-See abfuhr, haben wir uns morgens Zeit gelassen und es richtig ruhig angehen lassen. Da es noch immer regnete, haben wir unser Zelt im "`Cooking Tent"' zusammengelegt.
Nachdem das erledigt war haben wir (nun doch im häßlichen Kochzelt) ausgiebig gefrühstückt. Neben uns saß eine ca. 65 Jahre alte Dänin, die jedes Jahr mit einem Trupp gleichaltriger und ihrem Hund zelten fährt (mit 65!). Wir haben beobachtet, dass sie sich während des Frühstücks immer mal wieder aus ihrem Flachmann ein Schlückchen genehmigte. Zudem rauchte sie eine Zigarette nach der anderen. Wahrscheinlich hat sie das all die Jahre so fit gehalten!
Die Fahrt zum Dettifoss ging ziemlich holprig über eine "`4 WD only"'-Straße vonstatten, mit einem normalen PKW ist die Strecke nicht wirklich zu empfehlen. Gegen 13:00 Uhr kamen wir am Parkplatz des Dettifoss an und machten uns auch gleich auf den Weg. Nach kurzer Zeit erreicht man dann auch gleich den gigantischen Wasserfall! Die Wassermassen, die hier pro Sekunde runterströmen, müssen unglaublich sein! Der Dettifoss besteht aus Gletscherwasser, daher ist das Wasser eine ziemliche Brühe. Das tut dem monströsen Wasserfall aber keinen Abbruch!
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Zu Beginn der Tour mussten wir dann gleich nach dem Wasserfall wieder einige etwas schwierigere Kletterstellen überwinden, obwohl wir schon nicht den Weg gewählt haben, der im Reiseführer extra wegen der Kletterstellen ausgewiesen ist. Man darf sich die Stellen zwar nicht als gigantisch schwierig vorstellen, aber mit einem 30kg-Rucksack auf dem Rücken sind auch schon kleinere Stellen, die selbst ein Kind problemlos klettern kann, ziemlich schwierig. Zudem war der Weg wirklich schwierig zu finden, da er (zumindest an dieser Stelle) noch recht schlecht ausgeschildert war. Wir haben bereits gedacht, dass wir uns (wieder einmal) eine zu schwierige Tour ausgesucht haben. Aber der Rest des Weges war dann doch sehr einfach und sehr leicht zu laufen.
Selbst das Wetter spielte mit und die Sonne ließ sich von Zeit zu Zeit mal blicken. Nach 21 km, 7 Stunden und somit gegen 21 Uhr kamen wir dann am Zwischenstopp an: Dem sehr einfachen, teuren und schön gelegendem Campingplatz Vesturdalur. Der Campingplatz hat bis auf ein paar Waschbecken und Toiletten nicht viel zu bieten (außer die Natur natürlich!), und so haben wir es uns vor unserem Zelt gemütlich gemacht und während des Abendbrotessens die anderen Camper (es waren nur einige wenige) beobachtet: Besonders lustig war eine französische Gruppe mit 8 - 10 Leuten, die in riesigen Jeeps angereist sind, dann riesige Zelte aufgebaut haben und sofort alle Sitzgelegenheiten und Toiletten des Parks blockiert haben. Ein wahrer Traum...
Wetter: 10 - 15 C , kaum Wind, trocken (fast).
Die Nacht war herrlich. Es war beim Aufwachen schon so komisch warm im Zelt und als ich dann die Tür öffnete, um pinkeln zu gehen: SONNE! Es war richtig schön - mindestens 15 C (gefühlt), blauer Himmel und eine strahlende Sonne! Sofort wurden die T-Schirts ausgepackt, die Trekkinghosen abgezippt und die Sandalen angezogen!
Die Franzosen haben sich, während wir noch frühstückten, für ihre "`Wanderung"' fertig gemacht: Jeder mit einem winzigen Rucksack (so eine Art Damenhandtaschenersatz) bewaffnet, daran mindestens jeder 5 Trinkflaschen befestigt, jeder 2 Trekkingstöcke, einen für jede Hand, damit man bei dem riesen Gewicht auch den nötigen Halt hat. Der Anblick war herrlich. Und das Geräusch erst, als 20 Trekkingstöcke auf dem Kiesweg beim Start losklackerten...
Dann war endlich Ruhe auf dem Platz... Wir haben uns dann nach kurzer Zeit ebenfalls auf den Weg gemacht. Es war eine herrliche Wanderung durch grüne Wiesen, Moor und teilweise direkt am Canyon entlang. Nach ca. 13 km waren wir an der Tankstelle in Ásbyrgi. Blöderweise hat es in der letzten halben Stunde noch ziemlich heftig angefangen zu regnen. Nachdem ich Heike ausgelacht hatte, weil sie sich ihre Regenklamotten angezogen hatte, bin ich in kurzen Sachen weitermarschiert. Dummerweise mussten wir durch recht hohes Gras laufen, und so streifte sich das Wasser von den Grashalmen an meinen unbekleideten Beinen ab und lief von dort aus auf direktem Wege in meine Schuhe. Nach 10 Minuten konnte ich ein deutliches Schmatzen bei jedem Schritt vernehmen und meine Laune wurde schlechter und schlechter... Heike lief unbeirrt (und trocken) weiter...
Da wir dachten, dass wir noch 3 Stunden bis zur Abfahrt des Busses Zeit hatten, haben wir uns zunächst mal komplett umgezogen (mitten auf der Straße kurz vor der Tankstelle) - ich hab's einfach nicht mehr ausgehalten. Da meine Schuhe (und auch Heikes - so!) klitschnaß waren, haben wir unsere Sandalen angezogen. Heike wollte hübsch aussehen und ist barfuß in den Sandalen weitergelaufen. Mir war das vollkommen wurscht und ich habe Socken in meinen Sandalen angezogen. Das sah natürlich vollkommen scheiße aus, dafür hatte ich am Abend aber auch keine Eisfüße! Am nächsten Morgen hatte Heike im Übrigen auch Socken in ihren Sandalen an...
Gerade als wir wieder starten wollten und die letzen paar hundert Meter zur Tankstelle gehen wollten, sahen wir, dass der Mittagsbus nach Akureyri ankam (wir dachten, dass wir den verpasst hätten)! Was für ein Glück! Um 18 Uhr waren wir am Campingplatz in Akureyri. Wir haben nur schnell das Zelt aufgebaut und sind sofort ins Schwimmbad, eine Runde in den Hotpot und anschließend riiiichtig heiss duschen!
Wetter: 9 C , kein Wind, trocken.
Wir hatten nichts mehr an Lebensmitteln - also bestand unser Frühstück heute aus einem Kaffee bzw. Tee und einem Apfel, den wir uns teilen mussten. Den heutigen Tag wollten wir nutzen, um einzukaufen (schlau!), Wäsche zu waschen, Karten zu schreiben und alle anderen "`Pflichten"', die noch so anstanden, zu erledigen.
Der Campingplatz in Akureyri ist zwar ziemlich hässlich und unpersönlich, hat aber dafür alles, was das Backpacker-Herz begehrt: Waschmaschinen und Trockner, Einkaufsmöglichkeiten direkt in der Nähe, eine Information, ... Nachdem wir eine Wäsche angestellt hatten und unsere Besorgungen erledigt hatten, haben wir noch einen kleinen Stadtbummel gemacht. Wir haben im Cafe Paris ein fettes (gutes!) Stück Torte gegessen. Zum Abendbrot gab's dann Burger und Pizza.
Wetter: 14 C , windig und bewölkt, trocken.
Wir sind früh aufgestanden, denn der Bus sollte bereits um 9:30 Uhr vom Busterminal in der Stadt abfahren. Zum Frühstück haben wir uns frische Croissants aus dem Supermarkt neben dem Campingplatz geholt. Waren ganz o.k. (so gut, wie Isländer eben französische Croissants machen können...). Im Gespräch mit einem älteren schwedischen Ehepaar und einer Polin aus München hätten wir fast den Bus verpasst... Aber 5 Minuten vor Abfahrt waren wir dann doch beim Busterminal am Hafen.
Heute sollte es bis nach Sauðákrókur gehen, einer für isländische Verhältnisse recht großen Stadt (2500 Einwohner) am der Nordküste. Hier wollten wir eigentlich eine Bootsfahrt zum Vogelfelsen buchen, das haben wir dann aber doch verschoben und nur zwei "`Gammeltage"' eingelegt. Ein großer Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Ich habe nämlich im restlichen Urlaub kein vernünftiges Bild eines Papageientauchers machen können.
Der Bus fuhr bis Varmahlíð, von hier aus ging es in einer Art Paket-/Geld-/Liefer-/Personentransporter (ein Bulli) weiter bis nach Sauðárkrókur. Nachdem wir unsere Sitzplätze zwischen einem Haufen Pakete, einem Geldkoffer der isländischen Bank und noch 3 Einheimischen eingenommen hatten, ging es dann los. Der Fahrer sprach kein Wort Englisch, was das Beschreiben des Wunsch-Ausstiegsortes und auch das Bezahlen etwas schwierig machte. Man merkte gleich, dass sich Touristen in diesen Winkel vin Island wohl recht selten verirrten und wenn, dann nur mit dem Auto anreisten. Aber mit Händen und Füßen und der Hilfe der anderen Mitfahrenden haben wir es dann doch noch geschafft, ihm klar zu machen, wo wir hinwollten. Und das Bezahlen ging mit Zeigen und Gestikulieren ebenfalls mehr oder weniger problemlos über die Bühne.
Einquartiert haben wir uns im Gästehaus GistiheimiliðMikligarður mitten im Ort. Das Haus ist frisch renoviert, hat eine gute, nagelneue Gästeküche und sehr gut ausgestattete Zimmer. Am Nachmittag haben wir erstmal Schlaf nachgeholt und anschließend einen Spaziergang durch den Ort gemacht, um eine Kleinigkeit zu essen und ein wenig einzukaufen.
Wetter: 14 C , windig und bewölkt, trocken.
Wir haben bis 9:00 Uhr durchgeschlafen! Nach dem Aufstehen haben wir erstmal ausgiebig geduscht und sind dann in den Ort gegangen, um in einer kleinen Bäckerei zu frühstücken. Zum Glück war es eine sehr junge Bedienung und so konnten wir in Englisch bestellen und haben somit auch genau das bekommen, was wir haben wollten ;-)
Anschließend haben wir einen ausgiebigen Spaziergang rund um den Ort gemacht und auch gleich in einem ziemlich großen Supermarkt noch etwas für's Abendbrot und das Frühstück am nächsten Tag eingekauft. Da wir im Gästehaus ja eine gut ausgestattete Küche hatten, haben wir uns richtig gefreut, mal wieder "`etwas richtiges"' kochen zu können. Auf dem Weg durch den Ort sind wir noch an einer kleinen, freien Tankstelle inklusive "`Tante Emma Laden"' (1 Zapfsäule, riesiger Stau auf der Straße...) vorbeigekommen, von wo am nächsten Tag der Bus abfahren sollte. Der Besitzer (ein älterer Herr bereits weit im Rentenalter) sowie wahrscheinlich sein Enkel waren im Laden und bedienten die Kundschaft. Wir haben uns nach den Abfahrtszeiten erkundigt, wobei der Enkel zwischen uns und dem Ladenbesitzer übersetzte. Er hat sich mit seinem Opa fast kringelig gelacht, als er uns etwas von seinem Trockenfisch, auf dem er die ganze Zeit herumkaute, anbot und wir wohl mit einem etwas komischen Gesichtsausdruck dankend ablehnten ;-) Zurück im Gästehaus haben wir gegen 14 Uhr etwas gegessen und dann nochmal bis 17 Uhr geschlafen...
Anschließend wiederum ein Spaziergang zum Hafen, dann etwas Essen (klar...) und ziemlich früh ins Bett. Wir waren wohl doch ziemlich ausgepowert.
Wetter: ca. 12 C , teilweise sehr windig, einige wenige Schauer.
Der Bus zurück nach Varmahlíð ging um 10.10 Uhr von der Tankstelle im Ort. Genug Zeit also für ein ausgiebiges Frühstück. Wir hatten uns gestern Eier und Bacon besorgt. Für Heike gab's ein Rührei, für mich 3 Spiegeleier mit Bacon.
Der gleiche Busfahrer, der uns gestern hier hin gebracht hat, nahm uns nun wieder mit zurück. Allerdings ohne die ganzen Pakete im Wagen. Die Weiterfahrt nach Blönduós dauerte nicht sehr lange, und so kamen wir noch am Vormittag dort an.
Der Campingplatz in Blönduós liegt sehr schön direkt am Fluss (und praktischerweise direkt gegenüber der riesigen Esso-Tankstelle). Eigentlich wollten wir hier wiederum eine Bootstour zum Vogelfelsen machen, aber wegen des starken Windes ist das einzigste Boot im Ort nicht ausgelaufen. Da Heike und ich alles andere als seefest sind, wäre das wahrscheinlich sowieso ein Höllenfahrtskomando geworden... Trotzdem Schade - wieder keine Papageientaucher vor die Kamera bekommen.
Abends sind wir noch eine Runde Schwimmen gegangen. Das Schwimmbad in Blönduós ist wie immer etwas baufällig, aber sehr sauber und natürlich richtig schön warm!
Wetter: ca. 12 C , sehr windig, kein Regen.
Mal wieder haben wir lange geschlafen. Das Frühstück haben wir uns im Zelt gemacht - an den ungeschützten Tischen auf dem Campingplatz war es heute einfach zu windig. Wir wären inklusive unserem Frühstück weggeweht.
Da auch heute die Bootstour ins Wasser viel, mussten wir den Tag anders mit Programm füllen. Zunächst haben wir uns die kleine Insel Hrutey mitten im Fluss Blandá angeschaut. Die Insel ist direkt vom Campingplatz aus über eine kleine Brücke erreichbar und eignet sich hervorragend für einen kleinen Spaziergang.
Anschließend sind wir in den Ort gelaufen und haben uns im Cafe Við Árbakkann (im Blauen Haus) mit einem Bagel bzw. einem Pfannkuchen mit Lamm gestärkt. Direkt am Tisch neben uns saß eine isländsiche Familie, die eine herrliche "`Was-passiert-dann"'-Geschichte zum Besten gegeben hat:
Niedlich, diese Kleinen... Der Kaffee muss wohl wirklich noch ziemlich heiss gewesen sein. Papa hat zumindest ziemlich geflucht und war stinksauer. Nachdem der Fleck auf seiner Hose etwas abgekühlt war, ist er dann sofort auf dem Klo verschwunden. Wir haben ihn nicht mehr gesehen und irgendwann ist dann auch der Rest der Familie etwas verwirrt gegangen...
Im Anschluss haben wir uns den alten Ortskern, den Hafen und das Textilmuseum angeschaut, wo heute eine Art Vorführung war: Alte Isländer haben die alten Webstühle und alten Handarbeitstechniken vorgeführt. Heike fand's interessant, ich totenlangweilig (wobei das natürlich keine Wertung ist!).
Wetter: ca. 10 - 12 C , windstill, leichter Nieselregen.
In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Wir haben das Zelt zwar in einer trockenen Phase abgebaut, aber zum Frühstücken hat der Campingplatz leider keinerlei trockene Plätze oder Bänke. Wir sind also rüber zur Essotankstelle, um dort im "`Grill"' etwas zu essen.
Leider hatte der eigentliche Grill noch nicht offen, und so mussten wir uns mit Automatenkaffee bzw. -tee und HotDogs zufrieden geben. Ein interessantes Frühstück... Mit uns saßen noch ein paar Handwerker oder Trucker mit im Restaurant, um ihren ersten morgendltichen Kaffee zu schlürfen sowie ein Radfahrer, der sein komplettes Zelt an der Heizung trocknete. "'I will be back in about an hour and get the tent."' In Island muss man sich eben gegenseitig helfen und alles etwas lockerer sehen. Ich musste immer daran denken, was wohl in Deutschland passiert, wenn man in einem Restaurant bzw. Imbiss seine riesige Zeltplane ausbreitet und sie zum trocknen aufhängt...
Nach 2 Stunden sind wir dann zum Bus gegangen. Die Fahrt nach Reykjavík dauert 4 Stunden und ist wenig interessant. Für eine Lunchpause hält der Bus zwischendurch 30 Minuten in Brí. Die schlechteste Raststätte, die ich in Island kennengelernt habe - hat mich stark an Autobahn-Raststätten in den 80'er Jahren in Deutschland erinnert: Schweineteuer, dreckig, elend lange Schlangen überall, voll und laut. Wer mit dem Auto unterwegs ist: Unbedingt weiterfahren.
Gegen Abend sind wir dann in Reykjavík angekommen. Bei der Ankunft haben wir gleich im BSÍ-Terminal und anschließend am Hafen unsere Tagesausflüge, die wir die nächsten Tage noch unternehmen wollten, gebucht. Anschließend sind wir dann zu Fuß zum Campingplatz gelaufen (ca. 1 Stunde).
Am Abend sind wir dann noch rüber zum Schwimmbad gegangen. Ich habe mich da schon wie ein alter Hase gefühlt (im Gegensatz zu unserem ersten Besuch in einem isländischen Schwimmbad direkt bei der Ankunft). Aber eine Neuigkeit haben wir dann doch noch entdeckt: Eine Trockenschleuder für die Badehose - sehr praktisch ;-)
Wetter: ca. 12 C , sehr windig, kein Regen.
Für heute hatten wir eine Wahle- und Puffin-Watching-Tour gebucht. Froher Dinge haben wir uns mit dem Linienbus auf den Weg zum Hafen gemacht. Um 9:00 Uhr legte das Ausflugsboot pünktlich ab. Um 9:30 Uhr war mir so kotzübel, dass mich kein Wal, kein Delphin und schon gar kein Papageientaucher mehr interessiert hat! Heike ging's verhältnismäßig gut. Lange Zeit war auf dem Meer aber auch nichts zu sehen (die See war zu rauh), aber zum Schluss haben wir dann doch noch (von weitem) einige Puffins und ein paar Delphine gesehen. Auch einige Minkwale konnten wir entdecken.
Nach 3 Stunden und lediglich 5 geschossenen Fotos war der Spuk dann zum Glück vorbei. Richtig durchgefroren und mit flauem Magen sind wir erstmal einen heissen Kakao und ein Sandwich essen gegangen. Anschließend sind wir noch etwas durch die Stadt gebummelt, bevor wir zurück zum Campingplatz gegangen sind.
Hier haben wir Abends dann in der Jugendherberge nochmal gewaschen und währendessen im Aufenthaltsraum ein paar Spiele gespielt.
Wetter: ca. 12 C , windstill, kein Regen.
Heute hatten wir eine Tagestour zum Geysír und zu Gullfoss geplant, weil man diese auf eigene Faust durch Linienbusse o. ä. nicht so einfach erreichen kann.
Der Tourbus hat uns um 11:00 Uhr direkt am Campingplatz abgeholt - genug Zeit, um morgens in aller Ruhe zu frühstücken. Der Bus kam pünktlich, und obwohl es eine organisierte Tour war und ich solchen Dingen eher skeptisch gegenüber stehe, war es alles in allem recht gut: Man hatte überall genügend Zeit sich umzuschauen und während der Fahrt gab's viele interessante Informationen über Land und Leute.
Nach einem kurzen Stopp am Vulkankrater Kenið ging es zunächst ins Thermalgebiet zum Geysír. Unglaublich, was für Energie hier im Boden steckt. Es gibt Löcher im Boden, in denen einfach so kochendes Wasser steht (!) und vor sich hin brodelt. Überall dampft und zischt es. Die Erdkruste ist hier nur 4000 m dick (in Europa ist sie 50.000 m dick), so unser Reiseleiter. Der Geysír schießt alle paar Minuten wie eine Rakete aus dem Boden. Man kann recht gut den Moment kurz vor dem "`Ausbruch"' erkennen: Es bildet sich eine Art riesige Dampfblase knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Dann schießt der Wasserstrahl wie ein Pfeil mehrere Meter hoch aus dem Loch. Das Schauspiel ist wirklich beeindruckend!
Am Geysír gibt es auch einen Campingplatz. Gestern Abend hat uns ein dänisches Pärchen, die beide ca. 50 Jahre alt waren, erzählt, dass sie dort mit dem Fahrrad waren und auch eine Nacht am Geysír verbracht haben. Wenn dann Abends kaum noch Leute da sind, soll es dort am schönsten sein. Und das glaube ich sofort!
Anschließend ging es zum Gullfoss. Der Gullfoss ist ähnlich dem Dettifoss: GIGANTISCH. Unvorstellbar große Wassermengen schieben sich unaufhörlich einen Abhang hinunter. Aber so interessant die Wasserfälle auch sind, so viele Menschen ziehen sie leider auch an. Die beiden Besuche der riesigen Wasserfälle waren auch die einzigen Male, an denen wir Menschenmassen auf Island begegnet sind ;-)
Zurück in Reykjavík sind wir noch kurz schwimmen gegangen (na klar!) und haben uns dann unser Abendessen vor dem Zelt geköchelt.
Wetter: ca. 12-14 C , windstill, SONNE!
Heute ist unser letzter kompletter Tag in Island. In der Nacht hat es sich drastisch aufgeklärt. Obwohl ich noch bis Nachts um 3:00 Uhr gelesen habe (ohne Lampe - es ist ja Nachts taghell), bin ich bereits zwischen 7:00 und 8:00 Uhr wegen Hitze (!) im Zelt aufgewacht. Am Himmel war keine Wolke zu sehen - strahlend blau! Voller Euphorie sind wir gleich mit kurzer Hose, T-Shirt und Sandalen in den Waschraum gegangen. Wir hatten jedoch nicht bedacht, dass es trotz des herrlichen Sonnenscheins nur ca. 12 C waren. Es war dann doch etwas frisch um die Beine...
Da wir nichts zu frühstücken mehr hatten (wir haben versucht, unsere ganzen Vorräte in den letzten Tagen aufzubrauchen), ging es nach einem Tee bzw. Kaffee direkt in die Stadt. Dort haben wir bis ca. mittags einen Stadtrundgang gemacht und haben einige Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Anschließend haben wir in einem Kaffee eine Kleinigkeit gegessen und sind dann zum Einkaufs- und Souvenirbummel aufgebrochen. Wir haben uns beide zur Erinnerung einen Original isländischen Schafswollpullover (handgestrickt) gekauft. Das Viech kratzt wie sau, ist für Deutschland viiiieeel zu warm und ich sehe darin aus wie ein Kartoffelsack. Habe den Pullover nie wieder angehabt - aber schön ist er! ;-)
Gegen 17 Uhr waren wir dann wieder am Zeltplatz. Heike hat gelesen und ich habe etwas Schlaf von der letzten Nacht nachgeholt (hatte gestern Nacht mein letztes Buch sowieso zu Ende gelesen...). Nach dem Abendessen vorm Zelt haben wir schon alles für's Packen morgen früh vorbereitet. Hoffentlich regnet es morgen früh nicht...
Wetter: ca. 12 C , windstill, trocken!
Es ist heute Nacht trocken geblieben. Wir haben direkt nach dem Aufstehen unsere Sachen zusammengepackt. Da unser Flug erste am Nachmittag ging, haben wir für den heutigen Vormittag noch einen Ausflug zur Blauen Lagune gebucht. Auf Wunsch kann man sich direkt vom Ausflug zum Flughafen bringen lassen, sodass man sogar den Flybus noch spart. Der Bus zur Lagune hat uns direkt vom Campingplatz abgeholt. Die Lagune war ursprünglich ein Abkühlbecken eines nahe gelegenen Kraftwerks. Man konnte sie früher kostenlos nutzen. Mittlerweile wurde jedoch ein richtiges Schwimmbad aufgebaut, mit Wellnessbereich usw. usw. Das Wasser besteht jetzt nicht mehr aus Abwasser des Kraftwerks, dafür kostet die Lagune aber auch gehörig Eintrittsgeld. Trotzdem irgendwie klasse bei Temperaturen um die Null Grad draussen bei Nebel in richtig schön warmen, blauen Wasser zu schwimmen und sich mit dem Kiesel das Gesicht einzuschmieren!
Nach dem Badevergnügen wurden wir, wie versprochen, direkt zum Flughafen nach Kevlavík gebracht. Von dort ging es dann mit Iceland Air zunächst zurück in die warmen Niederlande. In Amsterdam mussten wir eine Zwischenübernachtung einlegen, da wir so spät dort ankamen, dass kein Zug mehr nach Osnabrück fuhr.
Die Hotelübernachtung hatten wir schon vorher über's Internet gebucht. Die Übernachtung für 2 Personen war ein Sonderangebot in einem ziemlich noblen Hotel. Das hatte gerade erst aufgemacht und so versuchten sie, mit den Sonderangeboten neue Gäste anzulocken.
Der Hotel-eigene Shuttleservice hat uns vom Flughafen abgeholt. Der Busfahrer hat schon ziemlich bescheuert geguckt, als er uns "`Trekker"' gesehen hat und hat dann auch bei der Ankunft im Hotel seinem Kollegen, dem Portier, ein paar sehr merkwürdige Blicke zugeworfen. Aber das war uns ziemlich egal und so haben wir uns in unseren Fließpullovern, den zerknüllten, leicht dreckigen Trekkinghosen und mit unseren riesigen Backpacker-Rucksäcken an der Rezeption zwischen Krawatten- und Anzugträgern angestellt. War wirklich amüsant!
Das Zimmer war richtig gut und so haben wir uns sofort in die dicken, weißen, sauberen Betten gestürzt und ersteinmal richtig ausgeschlafen!
Wetter: keine Ahnung.
Am Morgen hatten wir noch ausgiebig Zeit zu frühstücken. Das Buffet war ganz in Ordnung, wenn auch für so einen noblen Schuppen eher durchschnittlich (es gab z. B. kein frisches Rührei). Da wir aber sowieso nicht viel für die Nacht bezahlt haben, haben wir das Frühstück richtig genossen.
Unser Zug ging um 10 Uhr ab Amsterdam und der Shuttleservice des Hotels hat uns direkt zum Bahnhof gebracht. Gegen frühen Nachmittag waren wir dann endlich wieder zu Hause in Osnabrück. Die Taxifahrt vom Bahnhof war nochmal recht halsbrecherisch (der ca. 20 Jahre junge Fahrer wollte wohl einen neuen Rekord aufstellen), aber dann waren wir endlich wieder in unseren eigenen 4 Wänden. Nach 3 Wochen Zelten eine richtige Erholung ;-)
Ende.
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The command line arguments were:
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The translation was initiated by Michael Schlenstedt on 2007-08-17
(c) Michael Schlenstedt