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DIESE ANLEITUNG WIRD VON MIR OHNE JEGLICHE GEWÄHR ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. ICH ÜBERNEHME KEINE HAFTUNG FÜR JEGLICHE FOLGESCHÄDEN, DIE DURCH DIESE ANLEITUNG ENTSTEHEN. IHR SEIT FÜR EUER HANDELN SELBST VERANTWORTLICH. WENN IHR NICHT GENAU WISST WAS IHR TUT, RATE ICH DRINGEND VON DER INSTALLATION DIESER ANLEITUNG AB.
In ihrer Ausgabe 26/2008 hat die Computerzeitschrift c't wie bereits seit einigen Jahren wieder eine Notfall-CD veröffentlicht, die neben diversen Datenrettungs- und Diagnosetools auch wieder 2 alte Bekannte beinhaltet: Knoppicillin in Version 7 sowie das c't-Notfall-Windows 2009, dieses Mal basierend auf Windows Vista:
Die der Zeitschrift beiliegende CD ist bootfähig und bootet wahlweise neben einigen Festplatten-Diagnosetools direkt Knoppicillin 7. Das Notfall-Windows auf Vista-Basis muss man sich erst generieren, was Dank automatischer Skripte des VistaPE-Projekts meist problemlos verläuft. Das Notfall-Windows kann man dann entweder auf CDRom brennen oder aber direkt auf einen (bootfähigen) USB-Stick bannen, um im Fall der Fälle gewappnet zu sein.
Da ich alle meine Notfalltools sowieso bereits auf einem (Notfall-)USB-Stick versammelt habe, wollte ich auch gleich noch das Notfall-Windows sowie auch Knoppicillin mit auf diesen Stick speichern, um im Bedarfsfall gleich alles zusammen dabei zu haben. Wie bereits beschrieben schreiben die vorbereiteten Skripte des Notfall-Windows auf Wunsch gleich alles Notwendige mit auf den USB-Stick. Um auch das Knoppicillin von der beiliegenden CDRom auf den Stick zu übertragen war etwas Handarbeit notwendig. Eine knappe Anleitung dazu findet ihr an dieser Stelle.
Die hier von mir beschriebene manuelle Integration der Knoppicillin-CD in das Notfall-Windows wurde mittlerweile von Michael Steidl in ein Winbuilder-Skript integriert, mit dem sich alle diese Schritte gleich automatisch bei der Erstellung des VistaPE-ISO-Images durchführen lassen. Die aktuellste Version des Skripts und die dazugehörige Diskussion findet hier unter http://www.boot-land.net/forums/index.php?showtopic=6651.
Direkter Download von meiner Seite: http://www.schlenn.net/tech/windows/ctnotw09/07_Knoppicillin.script (rechte Maustaste auf den Link und "Speichern unter..." wählen).
Zunächst einmal muss man das c't Notfall Windows auf den USB-Stick bringen. Dazu benötigt man (logischerweise) einen bootfähigen USB-Stick (leider sind das nicht alle). Die meisten Sticks mit höherer Kapazität sollten sich aber partitionieren lassen und sind damit wohl auch bootfähig.
Als erstes backt man sich jetzt das ISO-Image des VistaPE-Systems. Wie das geht erspare ich mir an dieser Stelle. Im zugehörigen Artikel der c't-Ausgabe wird die ganze Prozedur ausführlich beschrieben. Hilfe erhält man im Forum auf http://www.heise.de/ct/projekte/pebuilder/. Hat man ein funktionierendes Image erstellt, sollte man dieses zunächst prüfen: Entweder über den ebenfalls auf der CD enthaltenen Virtualisierer VirtualBox oder aber über einen Rewritable-Rohling. Klappt das Booten von CDROM und ist man mit dem bootfähigen VistaPE-System zufrieden, kann man an dieser Stelle mit der Anleitung fortfahren.
Der Winbuilder bringt alles Notwendige mit, um sich nun das System auf den USB-Stick zu kopieren und diesen bootfähig zu machen. ACHTUNG! DABEI WERDEN ALLE DATEN AUF DEM STICK GELÖSCHT! Den entsprechenden Menüpunkt findet man im Winbuilder unter Finalize -> Create USB-Drive (siehe Abbildung). Die dort hinterlegten Schritte geht man nun Schritt für Schritt durch:
Als erstes wird der Stick formatiert. Hierzu ist das mit Windows ausgelieferte Formatierungstool jedoch ungeeignet! Daher lädt Winbuilder bei Bedarf automatisch ein Tool von HP zum Formatieren von USB-Devices herunter. Hier wählt man FAT32 als Dateisystem und formatiert seinen Stick. Ist der Stick nicht partitionierbar und damit auch nicht bootfähig, meckert das Tool über fehlende Schreibrechte auf dem Stick. Mir ist keine Möglichkeit bekannt, einen solchen Stick zur Mitarbeit zu überreden. Da hilft nur der Gang in den nächsten Geizmarkt und nochmals 5 EUR für einen neuen Stick zu investieren.
Anschließend lässt man Winbuilder alle benötigten Dateien auf den Stick kopieren (Schritt 2). Zum Schluss muss der Stick noch bootfähig gemacht werden. Hierzu ist das Tool Grub4Dos notwendig, welches Winbuilder ebenfalls bei Bedarf automatisch herunterlädt. In der ersten Drop-Down-Box muss man nun seinen Stick auswählen (kann man anhand der angezeigten Kapazität recht gut erkennen) und noch die Option "Don't search Floppy" aktivieren. Anschließend installiert ein beherztes "Install" den Bootloader auf dem Stick. FERTIG! Jetzt sollte man testen, ob sich der Stick am eigenen PC booten lässt. Alles Nachfolgende macht nur Sinn, wenn sich das Notfall-Windows vom frisch gebackenen USB-Stick problemlos booten lässt.
Jetzt macht man sich daran und integriert noch das Knoppicillin auf den Stick. Das ist im Prinzip recht einfach - aufwendiger war es nur, die Menüeinträge des Knoppicillin-Bootmanagers (syslinux) auf das vom Notfall-Windows verwendete Grub4Dos zu "portieren". Auf geht's:
Für alle weiteren Schritte benötigt man die Original Knoppicillin-CDROM. Als erstes kopiert man alle Dateien aus dem Verzeichnis \boot\images von der Knoppicillin-CD ins Verzeichnis \boot\IMG auf dem USB-Stick.
Als zweites wird das komplette KNOPPIX-Verzeichnis von der CDROM auf den USB-Stick kopiert. Für das komplette Verzeichnis werden nochmals 285 MB an freiem Speicher auf dem Stick benötigt. Das KNOPPIX-Verzeichnis kommt in das Root-Verzeichnis des Sticks (also direkt an "oberster" Stelle).
Zu guter Letzt müssen noch die beiden Dateien linux und minirt.gz aus dem CDROM-Verzeichnis \boot\isolinux ins Verzeichnis \boot auf den Stick kopiert werden.
Damit haben wir jetzt alle benötigten Dateien für das Knoppicillin auf den Stick kopiert. Fehlen nur noch die entsprechenden Booteinträge, damit man, wenn man vom USB-Stick bootet, auch die entsprechenden Funktionen der Knoppicillin-CD auswählen kann. Dazu habe ich eine entsprechende Menüdatei vorbereitet, die als Untermenü aus dem Haupt-Boot-Menü aufgerufen wird und sowohl die Festplatten-Diagnose-Programme der Knoppicillin-CDROM als auch Knoppicillin selbst enthält. Um das neue Bootmenü zu aktivieren, müssen nun also noch 2 neue Menüdateien mit auf den Stick kopiert werden. Die beiden Dateien können direkt hier heruntergeladen und auf dem Stick abgespeichert werden (siehe unten). Beide Dateien müssen in das Wurzelverzeichnis des Sticks kopiert werden. Die dort bereits vorhandene(n) Datei(en) können überschrieben werden bzw. man sollte sie, falls etwas schief geht, vorher einfach umbennen.
Datei menu.lst (Hauptverzeichnis): Download hier
Datei knoppicillin.lst (Unterverzeichnis): Download hier
Noch ein Hinweis zu obiger Datei für das Hauptverzeichnis: Das Notfallwindows bringt auch Einträge mit, um auf den Festplatten des Systems nach den Original Windows- und Linux-Bootmanagern zu suchen und diese bei Bedarf zu laden. Das klappt allerdings mit Windows Vista nicht, da der USB-Stick von den meisten PC-BIOSen ebenfalls als Festplatte angesehen wird und somit immer das Windows Vista auf dem USB-Stick gefunden wird. Daher habe ich den Eintrag entsprechend abgeändert: Es wird nicht mehr nach Windows Vista gesucht sondern es wird explizit das Windows Vista auf der 1. Festplatte und der 1. Partition gebootet. Das dürfte für die meisten Leute passen. Wer sein Vista auf einer anderen Partition und/oder Platte hat, muss diesen Eintrag entsprechend anpassen. Wie die einzelnen Festplatten des eigenen Systems vom Bootmanager benannt werden findet sich im Grub4Dos-Guide.
Nachdem man das neue Bootmenü auf dem Stick gespeichert hat, kann man den Rechner über den USB-Stick booten und hat dann sowohl die Möglichkeit, dass Notfall-Windows zu booten als auch alle Tools der Knoppicillin zu verwenden.
Bleibt mir nur noch eines zu wünschen: Viel Erfolg beim Troubleshooting mit dieser wertvollen und hilfreichen Toolsammlung!
(c) Michael Schlenstedt