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DIESE ANLEITUNG WIRD VON MIR OHNE JEGLICHE GEWÄHR ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. ICH ÜBERNEHME KEINE HAFTUNG FÜR JEGLICHE FOLGESCHÄDEN, DIE DURCH DIESE ANLEITUNG ENTSTEHEN. IHR SEIT FÜR EUER HANDELN SELBST VERANTWORTLICH. WENN IHR NICHT GENAU WISST WAS IHR TUT, RATE ICH DRINGEND VON DER INSTALLATION DIESER ANLEITUNG AB.
In ihrer Ausgabe 26/2008 hatte die Computerzeitschrift c't wie bereits seit einigen Jahren wieder eine Notfall-CD veröffentlicht, die neben diversen Datenrettungs- und Diagnosetools auch wieder 2 alte Bekannte beinhaltete: Knoppicillin in Version 7 sowie das c't-Notfall-Windows 2009, dieses Mal basierend auf Windows Vista.
Der aktuellen Ausgabe 02/2010 liegt nun der Knoppicillin-Nachfolger Desinfec't 8 bei, der erstmals nicht mehr auf Knoppix sondern auf Fedora Linux basiert. Unter der haube hat der Rettungs-Virenscanner zwar eine grafische Oberfläche erhalten, aber sobald man den eigentlichen Virenscan startet, so erwartet einen wieder das gute alte bekannte Textinterface der Knoppicillin.
Wie man das auf der damaligen CD mitgelieferte Knoppicillin 7 in das c't-Notfall-Windows-2009 integriert habe ich bereits vor längerer Zeit in einem Artikel beschrieben. In dieser Anleitung soll es nun darum gehen, das brandneue Desinfec't 8 in das Notfall-Windows zu integrieren, damit der leidgeplagte Nothelfer wieder alle wichtigen System-Tools vereint hat. Dabei wird zunächst das notfall-Windows auf einem bottfähigen USB-Stick installiert und anschließend Desinfec't auf diesen Stick integriert.
Die Installation des Notfall-Windows findet man in Abschnitt 1 dieses Artikels. Natürlich funktioniert diese Anleitung auch mit einem bestehenden Windows-Notsystem auf einem bereits präparierten USB-Stick.
Wer bereits meiner damaligen Anleitung gefolgt ist und das Knoppicillin 7 auf dem USB-Stick integriert hat, löscht einfach die Verzeichnisse "boot" und "knoppix" sowie die Datei "knoppicillin.lst" wieder vom Stick.
Jetzt macht man sich daran und integriert noch das Desinfec't auf den Stick. Das ist im Prinzip recht einfach - aufwendiger war es nur, die Menüeinträge des Desinfec't-Bootmanagers (isolinux) auf das vom Notfall-Windows verwendete Grub4Dos zu "portieren". Auf geht's:
Für alle weiteren Schritte benötigt man die original Desinfec't-CDROM. Als erstes kopiert man das Verzeichnis isolinux von der Desinfec't-CD auf den USB-Stick und benennt es in bootdesinfect um.
Als zweites wird das komplette LiveOS-Verzeichnis von der CDROM auf den USB-Stick kopiert. Für das komplette Verzeichnis werden nochmals ca. 450 MB an freiem Speicher auf dem Stick benötigt. Das LiveOS-Verzeichnis kommt in das Root-Verzeichnis des Sticks (also direkt an "oberster" Stelle).
Damit haben wir jetzt alle benötigten Dateien für das Desinfec't auf den Stick kopiert. Fehlen nur noch die entsprechenden Booteinträge, damit man, wenn man vom USB-Stick bootet, auch die entsprechenden Funktionen der Desinfec't-CD auswählen kann. Dazu habe ich eine entsprechende Menüdatei vorbereitet, die als Untermenü aus dem Haupt-Boot-Menü aufgerufen wird. Um das neue Bootmenü zu aktivieren, müssen nun also noch 2 neue Menüdateien mit auf den Stick kopiert werden. Die beiden Dateien können direkt hier heruntergeladen und auf dem Stick abgespeichert werden (siehe unten). Beide Dateien müssen in das Wurzelverzeichnis des Sticks kopiert werden. Die dort bereits vorhandene(n) Datei(en) können überschrieben werden bzw. man sollte sie, falls etwas schief geht, vorher einfach umbennen und damit sichern (z. B. die Endung ".bkp" anhängen).
Damit vom Bootmenü aus das Image der Desinfec't-CDROM gefunden wird, muss der USB-Stick nun noch in "CTNOTW09" umbenannt werden. Das geschieht ganz einfach im Explorer über die rechte Maustaste und anschließend "Eigenschaften". Wer seinen Stick nicht umbenennen möchte, der muss einfach die unten stehende Menü-Datei "desinfect.lst" nach dem Kopieren auf den USB-Stick mit einem Texteditor öffnen und alle Textstellen mit "root=live:CDLABEL=CTNOTW09" entsprechend abändern!
Datei menu.lst (Hauptverzeichnis): Download hier
Datei desinfect.lst (Unterverzeichnis): Download hier
Noch ein Hinweis zu obiger Datei für das Hauptverzeichnis: Das Notfallwindows bringt auch Einträge mit, um auf den Festplatten des Systems nach den Original Windows- und Linux-Bootmanagern zu suchen und diese bei Bedarf zu laden. Das klappt allerdings mit Windows Vista nicht, da der USB-Stick von den meisten PC-BIOSen ebenfalls als Festplatte angesehen wird und somit immer das Windows Vista auf dem USB-Stick gefunden wird. Daher habe ich den Eintrag entsprechend abgeändert: Es wird nicht mehr nach Windows Vista gesucht sondern es wird explizit das Windows Vista auf der 1. Festplatte und der 1. Partition gebootet. Das dürfte für die meisten Leute passen. Wer sein Vista auf einer anderen Partition und/oder Platte hat, muss diesen Eintrag entsprechend anpassen. Wie die einzelnen Festplatten des eigenen Systems vom Bootmanager benannt werden findet sich im Grub4Dos-Guide.
Nachdem man das neue Bootmenü auf dem Stick gespeichert hat, kann man den Rechner über den USB-Stick booten und hat dann sowohl die Möglichkeit das Notfall-Windows zu booten oder aber die Menüpunkte der Desinfec't-CD zu verwenden.
Noch ein Hinweis zum Virenschutz: Ein großer Vorteil der Desinfec't CDROM ist, dass es sich um ein ReadOnly-Medium handelt. D.h. die Umgebung ist garantiert Virenfrei! Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich also für das Not-Windows und die integrierte Desinfec't ein USB-Stick anschaffen, den man per kleinem DIP-Schalter auf ReadOnly setzen kann!
Bleibt mir nur noch eines zu wünschen: Viel Erfolg beim Troubleshooting mit dieser wertvollen und hilfreichen Toolsammlung!
(c) Michael Schlenstedt